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Millionen Menschen führen Beziehungen mit Personen, die sie noch nie getroffen haben. Du auch?

Wenn wir in Musikerinnen, Schauspieler oder Kunstfiguren so vernarrt sind, dass wir ständig an sie denken, leben wir in einer »parasozialen Beziehung«. Das kann krank machen – aber auch verdammt glücklich.

28. November 2019  7 Minuten

Den ganzen Tag schon hat Gina Wir haben den richtigen Namen von *Gina geändert. schwitzige Hände und das Herz schlägt ihr bis zum Hals. Die 21-jährige Studentin ist seit 6 Uhr auf den Beinen und hat stundenlang am Merchandise-Stand angestanden, nur um ein Tour-T-Shirt zu ergattern. Jetzt ist es 19 Uhr, endlich steht sie in der Konzerthalle, in der gleich ihre Lieblingsband auftritt, die südkoreanische Pop-Band Bangtan Sonyeondan (BTS). In der einen Hand hält Gina ein großes Schild mit dem Foto ihres Lieblingsbandmitglieds, dem Sänger Taehyung (Künstlername: V). Noch ist niemand zu sehen, trotzdem fängt sie schon an zu Warum weinen wir? Lies hier Laras Text weinen.

Seit einem Jahr verfolgt Gina alles, was diese Band macht. Auf Twitter hat sie die »Benachrichtigungen« aktiviert, um sofort zu erfahren, wenn es etwas Neues gibt. Auf Youtube hat sie jedes Video gesehen, das die Band jemals veröffentlicht hat. Und um die letzten Konzerttickets zu kaufen, hat sie in ihrem Wohnzimmer 6 Freunde vor 12 Computern zusammengetrommelt und die Verkaufswebsite im Sekundentakt immer wieder aktualisiert.

Viele würden Gina wohl einfach einen »eingefleischten Fan« nennen. Forscher aber sehen solches Verhalten kritischer: Sie nennen diese Fanliebe parasoziale Beziehung Von »parasozialen Beziehungen« spricht man dann, wenn eine Person eine emotionale Beziehung zu jemandem aufbaut, der in der Antwortmöglichkeit jedoch stark eingeschränkt ist – etwa einem Popstar. und untersuchen schon seit Jahrzehnten, was diese mit Menschen macht.