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Warum Greta Thunberg eine bessere Klima-Influencerin ist als Leonardo DiCaprio

Beide engagieren sich für das Klima. Doch eine Sache macht die schwedische Schülerin sehr viel besser als der Hollywoodstar, wie eine neue Studie zeigt.

10. Januar 2020  2 Minuten

Es gibt ein paar Dinge, die Greta Thunberg und Leonardo DiCaprio verbinden: Beide sind weltbekannt und nutzen das, um in aller Öffentlichkeit für mehr Klimaschutz zu werben. Und sie fahren beide viel und gern mit dem Schiff umher.

Wer sich etwas mehr mit den beiden Klima-Influencern befasst, merkt schnell, dass sie – vom verbindenden Einsatz für die gute Sache abgesehen – auch viel voneinander trennt. Die 17-jährige Greta lässt sich auf Reisen des Öfteren von ihrem Vater begleiten. Der 45-jährige Leo hingegen Das Lifestyle-Magazin »Elle« listet alle bekannten Liebschaften Leonardo DiCaprios auf (englisch) bevorzugt die Gesellschaft junger Modells. Greta »chillt und schaut mit Freuden einen Film«, Vergangenen Herbst hatte Donald Trump getweetet, Greta Thunberg hätte ein Wutproblem, sie solle mal »chillen« und mit Freunden einen Film schauen. Thunberg konterte, indem sie ihre Statusmeldung auf Twitter in »chillen und mit Freunden einen Film anschauen« änderte. wenn sie sich vergnügen will. Leo wird nachgesagt, Das erzählte Bill Kaulitz, Sänger der Band »Tokio Hotel«, als er im Podcast »Fest & Flauschig« zu Gast war. Bill Kaulitz wohnt in Los Angeles und war dort nach eigenen Angaben bei Leonardo DiCaprio zu Hause auf einer Party. er mache Party wie der feier- und drogensüchtige Investmentguru Jordan Belfort, den er im Film Wolf of Wallstreet verkörpert.

Und die Veganerin Greta nimmt das Segelschiff, um den Atlantik möglichst CO2-arm zu überqueren und um aufs Fliegen verzichten zu können. Leo hingegen Die Tierschutzorganisation »Peta« berichtet, dass Leonardo DiCaprio in das Unternehmen »Beyond Meat« investiert hat (2017) investiert zwar kräftig in pflanzlichen Fleischersatz, ist aber nicht mal Vegetarier und schippert gern auf einer privaten Yacht durchs Mittelmeer. Muss er dann zufällig einen wichtigen Termin am anderen Ende der Welt wahrnehmen, hat er kein Problem damit, mal eben in den Privatjet zu hüpfen. So geschah es, als Leonardo DiCaprio auf einer Yacht im Mittelmeer Urlaub machte und für die Verleihung eines Umweltpreises kurzzeitig zurück in die USA flog. Dafür erntete er heftige Kritik und Hohn.

Zusammengefasst: Greta Thunberg und Leonardo DiCaprio setzen sich beide für das Klima ein – Greta Thunbergs Engagement dürfte den meisten bekannt sein, sie gründete die Protestbewegung »Fridays for Future« und reiste vergangenen Herbst öffentlichkeitswirksam mit dem Segelschiff in die USA. Leonardo DiCaprio hat eine eigene Stiftung, mit der er Klimaprojekte unterstützt, war Sonderbotschafter der Vereinten Nationen und hat mehrere Dokumentarfilme über den Klimawandel gedreht. nur Greta kehrt auch vor der eigenen Haustür und macht bei ihrem eigenen Verhalten Ernst.

Die Frage ist: Macht sie das zu einer besseren Klima-Botschafterin als DiCaprio?

Greta Thunberg im EU-Parlament – von Schweden aus gut mit dem Zug zu erreichen. – Quelle: European Parliament CC BY

Warum Klima-Influencer auf ihren CO2-Fußabdruck achten sollten

Hier geht es zur Studie über die Wirkung von Klima-Influencern (englisch, 2019) Eine neue Studie von Forschern der Princeton University gibt eine klare Antwort: Ja! Die meisten Menschen halten die Befürworter strengerer Klimaschutzmaßnahmen für wesentlich glaubwürdiger, wenn sie selbst einen niedrigen CO2-Fußabdruck haben.

Es ist sehr wichtig, dass Wissenschaftler oder andere Multiplikatoren, die mit der Öffentlichkeit kommunizieren, emissionsarme Verhaltensweisen vorleben, um ihre Argumente zu untermauern. – Elke Weber, Verhaltenspsychologin und Mitautorin der Studie »Climate change communicators’ carbon footprints affect their audience’s policy support«, in einem Interview mit der Universität

So weit, so erwartbar. Auch Leonardo DiCaprio dürfte das kaum überraschen, wird er doch häufig dafür kritisiert, mit seinem Lebenswandel und seinem Klimaengagement eine Doppelmoral an den Tag zu legen.

Was die Wissenschaftler jedoch ebenfalls herausfanden: Viele Menschen sind auch viel eher dazu bereit, notwendige Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen, wenn diejenigen, die dafür werben, sich vorbildlich verhalten. Wie Greta Thunberg.

Effektive Klimakommunikation und der Einsatz für sowohl individuelle Verhaltensänderungen als auch regulatorische Eingriffe profitieren sehr davon, wenn die Befürworter vorangehen und ihren eigenen CO2-Fußabdruck reduzieren. – Elke Weber, Verhaltenspsychologin und Mitautorin der Studie »Der CO2-Fußabdruck von Klimawandel-Kommunikatoren beeinflusst die Unterstützung ihrer Adressaten für die Maßnahmen«

Die Studie sendet auch eine starke Botschaft an all jene, die jegliche persönliche Verhaltensänderungen weit von sich weisen und darauf bestehen, dass nur ein systematischer Wandel das Klima noch retten könne.

Auch wenn sie mit ihrer Forderung nach systematischem Wandel Recht haben mögen, so legen die Ergebnisse doch nahe, dass der Weg dorthin über Vorbilder führt. Über Aktivistinnen, Wissenschaftler, Politikerinnen, Journalisten und Unternehmerinnen, die nicht nur Wasser predigen, sondern es auch selbst trinken. Wie Greta Thunberg.

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Titelbild: Christopher Camp - CC BY

von Felix Austen 

Der Physiker Felix begrüßt den Trend zu Hafermilch und fährt gern Rad. Er weiß aber auch, dass das nicht genügen wird, um die Welt vor der Klimakatastrophe und dem Ökokollaps zu bewahren. Deshalb schreibt er über Menschen, Ideen und Technik, die eine Zukunft ermöglichen. Davon gibt es zum Glück jede Menge!

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