Warum Greta Thunberg eine bessere Klima-Influencerin ist als Leonardo DiCaprio
Beide engagieren sich für das Klima. Doch eine Sache macht die schwedische Schülerin sehr viel besser als der Hollywoodstar, wie eine neue Studie zeigt.
Es gibt ein paar Dinge, die Greta Thunberg und Leonardo DiCaprio verbinden: Beide sind weltbekannt und nutzen das, um in aller Öffentlichkeit für mehr Klimaschutz zu werben. Und sie fahren beide viel und gern mit dem Schiff umher.
Wer sich etwas mehr mit den beiden Klima-Influencern befasst, merkt schnell, dass sie – vom verbindenden Einsatz für die gute Sache abgesehen – auch viel voneinander trennt. Die 17-jährige Greta lässt sich auf Reisen des Öfteren von ihrem Vater begleiten. Der 45-jährige Leo hingegen Das Lifestyle-Magazin »Elle« listet alle bekannten Liebschaften Leonardo DiCaprios auf (englisch) bevorzugt die Gesellschaft junger Modells. Greta wenn sie sich vergnügen will. er mache Party wie der feier- und drogensüchtige Investmentguru Jordan Belfort, den er im Film Wolf of Wallstreet verkörpert.
Und die Veganerin Greta nimmt das Segelschiff, um den Atlantik möglichst CO2-arm zu überqueren und um aufs Fliegen verzichten zu können. Leo hingegen Die Tierschutzorganisation »Peta« berichtet, dass Leonardo DiCaprio in das Unternehmen »Beyond Meat« investiert hat (2017) investiert zwar kräftig in pflanzlichen Fleischersatz, ist aber nicht mal Vegetarier und schippert gern auf einer privaten Yacht durchs Mittelmeer. Muss er dann zufällig einen wichtigen Termin am anderen Ende der Welt wahrnehmen, hat er kein Problem damit,
Zusammengefasst: nur Greta kehrt auch vor der eigenen Haustür und macht bei ihrem eigenen Verhalten Ernst.
Die Frage ist: Macht sie das zu einer besseren Klima-Botschafterin als DiCaprio?
Warum Klima-Influencer auf ihren CO2-Fußabdruck achten sollten
Hier geht es zur Studie über die Wirkung von Klima-Influencern (englisch, 2019) Eine neue Studie von Forschern der Princeton University gibt eine klare Antwort: Ja! Die meisten Menschen halten die Befürworter strengerer Klimaschutzmaßnahmen für wesentlich glaubwürdiger, wenn sie selbst einen niedrigen CO2-Fußabdruck haben.
– Elke Weber, Verhaltenspsychologin und Mitautorin der Studie »Climate change communicators’ carbon footprints affect their audience’s policy support«, in einem Interview mit der Universität
So weit, so erwartbar. Auch Leonardo DiCaprio dürfte das kaum überraschen, wird er doch häufig dafür kritisiert, mit seinem Lebenswandel und seinem Klimaengagement eine Doppelmoral an den Tag zu legen.
Was die Wissenschaftler jedoch ebenfalls herausfanden: Viele Menschen sind auch viel eher dazu bereit, notwendige Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen, wenn diejenigen, die dafür werben, sich vorbildlich verhalten. Wie Greta Thunberg.
– Elke Weber, Verhaltenspsychologin und Mitautorin der Studie »Der CO2-Fußabdruck von Klimawandel-Kommunikatoren beeinflusst die Unterstützung ihrer Adressaten für die Maßnahmen«
Die Studie sendet auch eine starke Botschaft an all jene, die jegliche persönliche Verhaltensänderungen weit von sich weisen und darauf bestehen, dass nur ein systematischer Wandel das Klima noch retten könne.
Auch wenn sie mit ihrer Forderung nach systematischem Wandel Recht haben mögen, so legen die Ergebnisse doch nahe, dass der Weg dorthin über Vorbilder führt. Über Aktivistinnen, Wissenschaftler, Politikerinnen, Journalisten und Unternehmerinnen, die nicht nur Wasser predigen, sondern es auch selbst trinken. Wie Greta Thunberg.
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Titelbild: Christopher Camp - CC BY
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