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Wie West Virginia den Kater seines Kohle-Rauschs abschütteln will

Wo früher der Bergbau brummte, klafft heute ein schwarzes Loch: West Virginias Wirtschaft strauchelt. Seine Bewohner beginnen, nach Alternativen zu suchen.

27. Oktober 2016  14 Minuten

Etwa eine Autostunde südlich von Charleston, der Hauptstadt des US-Bundesstaates West Virginia, schlängelt sich eine kaum befestigte Straße den Berg hinauf zum Kayford Mountain. Hier kommen nur geübte Fahrer mit einem Pickup herauf. Oben angekommen bietet sich ein ungewöhnliches Bild: Es gibt keinen Berggipfel zu erklimmen, keine Bäume, kaum Vegetation. Wo früher eine saftig grüne Bergkuppe ruhte, endet die Straße nun in einer Mondlandschaft, spärlich mit Gras bewachsen, hier und da behauptet sich eine kleine Pflanze.Schätzungsweise 200 Höhenmeter haben Arbeiter in 20 Jahren weggesprengt. Gewaltige Massen Erde und Gestein sind hier bewegt worden: Schätzungsweise 200 Höhenmeter haben Arbeiter in 20 Jahren weggesprengt. Nun ist die Kohle abgebaggert, der Abraum mit Schwermetallen und Chemikalien in das Tal gekippt. »Das war einmal der höchste Berg in dieser Gegend«, erzählt der Umweltschützer Paul Corbit Brown. Nie wieder werde hier Wald wachsen, sagt der Umweltschützer.

Die Kohle hat den Kayford Mountain zu dem gemacht, was er heute ist. West Virginia ist heute gezeichnet vom schwarzen Rohstoff – dabei fing alles ganz gut an.

Die Kohle gab den Ton an

Seit der Gründung von West Virginia Ein Großteil des Bundesstaates liegt in den Appalachen, der Bergkette, die für eine lange Zeit die natürliche Grenze für die europäischen Siedler bei der Besiedlung Nordamerikas darstellte. Nur wenige Menschen leben hier, gerade einmal 1,8 Millionen Einwohner zählt West Virginia, das nur wenig kleiner ist als Bayern.

Titelbild: Paul Corbit Brown - copyright

von Clemens Weiß 

Clemens Weiß ist seit dem Jahr 2012 Mitarbeiter in der Redaktion von energiezukunft, ein Magazin, das vom Ökostromanbieter Naturstrom AG herausgegeben wird. Er hat in Berlin, Göteborg und Greifswald Sozialwissenschaften, Nordeuropastudien und Nachhaltigkeitsgeographie studiert. Sein journalistisches Handwerk hat er an der Freien Journalistenschule Berlin erlernt. Im Sommer 2016 war er mit der Heinrich-Böll-Stiftung auf Recherchereise in den USA, die daraus entstandene Reportage erschien ebenfalls bei Perspective Daily. Clemens Weiß schreibt gern über nationale und internationale Energiepolitik, Innovationen, den Klimawandel und seine Folgen. Dieser Text erscheint zeitgleich in leicht veränderter Form auf energiezukunft.eu.

Themen:  USA   Energie  

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