PD Daily 

Die Mafia verdient auch an deinem Italienurlaub. Das kannst du dagegen tun

Ein paar Freunde wollten in Palermo eine Bar eröffnen, aber kein Schutzgeld bezahlen. Sie traten eine Anti-Mafia-Bewegung los, die auch Touristen hilft.

14. Januar 2020  4 Minuten

Niemand entkommt dem Mafiaboss Don Vito Corleone. Don Vito Corleone ist die Hauptfigur in Mario Puzos Kriminalroman »Der Pate« aus dem Jahr 1969. Unter dem Deckmantel des Handels mit sizilianischem Olivenöl bringt Don Corleone es mit illegalen Geschäften zu einem Reichtum, der ihm auch Respekt in seiner neuen Heimat New York verschafft. Aus seinem Netzwerk baut er ein Imperium organisierter Kriminalität auf. Mit der gleichnamigen Trilogie schrieb Francis Ford Coppola Filmgeschichte. Zitate wie »Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann« genießen bis heute Kultstatus. Zumindest nicht auf einer Sizilienreise im Jahr 2019. »Der Pate« aus der gleichnamigen Filmtrilogie runzelt die Stirn auf Kühlschrankmagneten, wirbt für Stadtführungen, ziert T-Shirts und Kochschürzen. Die Mafia ist für Sizilien ein bisschen das, was die Mauer für Berlin ist – ein Unique Selling Point, eine Geschichte, die sich gut vermarkten lässt.

Mit dem kleinen Unterschied, dass die Mafia in Sizilien noch längst nicht Geschichte ist.

Linda Vetrano führt Touristen durch die sizilianische Hauptstadt Palermo. Es ärgert sie, dass eine kriminelle Organisation wie die Mafia es geschafft hat, zum Symbol ihrer Heimat zu werden. »Wenn ich im Ausland erzähle, woher ich komme, ist die Mafia das Erste, woran die Leute denken.« In Palermo kann sie den Gangsterkult tagtäglich beobachten. Sie zeigt auf das imposante

Titelbild: Rino Porrovecchio - copyright

von Katharina Wiegmann 

Als Politikwissenschaftlerin und Philosophin interessiert sich Katharina dafür, was Gesellschaften bewegt. Sie hat da ein paar Fragen: Wer bestimmt die Regeln? Welche Ideen stehen im Wettstreit miteinander? Wie werden aus Konflikten Kompromisse? Einer Sache ist sie sich allerdings sicher: Nichts muss bleiben, wie es ist.

Themen:  Konsum   Aktivismus   Europa  

Die Diskussionen sind leider nur für Mitglieder verfügbar.

Weitere Artikel für dich