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PD Daily 

3 Konflikte in Afrika, über die du Bescheid wissen solltest

Nicht jeder Bürgerkrieg schafft es in die deutschen Schlagzeilen. Hingucken ist aber wichtig – denn wenn wir zu lange wegsehen, werden aus kleinen Konflikten große Krisen.

17. Januar 2020  7 Minuten

Wusstest du, dass die Zahl der bewaffneten Konflikte auf dem Kontinent Afrika in den letzten Jahren rapide gestiegen ist? Nein? Kein Wunder, denn in den deutschen Medien kommen viele von ihnen kaum vor. Ab und zu findet man Artikel über die Bürgerkriege in Libyen und Somalia, die Boko Haram in Nigeria oder die Sahelkrise – doch das war es dann auch schon.

Viele andere kleinere Konflikte sind hierzulande aber nahezu unbekannt. Und das führt dazu, dass bei der Eskalation eines vormals »kleinen« Konflikts der Eindruck entstehen kann, dass wie aus dem Nichts ein Krieg aufkommt. »Typisch Afrika« ist dann die Reaktion vieler Menschen, die das erste Mal aus der Tagesschau davon erfahren.

Ich möchte deshalb 3 weniger bekannte bewaffnete Konflikte vorstellen. Nicht um das falsche Bild Afrikas als »Krisenkontinent« zu bestärken. Denn die Zahl der von Konflikten betroffenen Länder ist seit Jahren gleichgeblieben. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zählt für das vorausgehende Jahr über 90 bewaffnete Konflikte, ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu den gut 30 Konflikten nur 7 Jahre früher. Die hier genutzte Definition von Konflikt schließt allerdings auch einseitige systematische Gewalt durch staatliche Sicherheitskräfte gegen Zivilisten ein. Die Zahl der Todesopfer ist in dieser Zeit im Gegensatz zur Zahl der Konflikte nur leicht gestiegen und lag im Jahr 2017 für den gesamten Kontinent unterhalb der mehr als 30.000 Toten im Syrienkonflikt im selben Jahr. Geografisch sind von den 55 Ländern Afrikas nur einige wenige wie Somalia, Südsudan, Mali oder die Zentralafrikanische Republik auf einem Großteil ihres Staatsgebiets von Konflikten betroffen. Die meisten Konflikte konzentrieren sich dagegen auf relativ kleine Zonen. Eine überschaubare geografische Fläche und deren Bewohner muss den Löwenanteil der Gewalt ertragen. Auch weil die internationale Gemeinschaft eskalierende Situationen oft nicht schnell genug erkennt und dagegen vorgeht.