Interview 

Worüber die Polizei die Öffentlichkeit informiert – und worüber nicht

Nach den Silvester-Ausschreitungen in Leipzig-Connewitz häufen sich Zweifel an der Darstellung der Polizei. Im Interview erklärt der Leiter der Stabsstelle Kommunikation in Sachsen, wie eine Polizeimeldung überhaupt entsteht.

24. Januar 2020  3 Minuten

Wie genau der Polizeieinsatz im linksalternativ geprägten Leipziger Stadtteil Connewitz in der Silvesternacht ablief, dazu finden sich in der Presse viele unterschiedliche Zeugenberichte und Perspektiven. Eins ist klar: In der Nacht gerieten dort Polizei und teils Vermummte aneinander. Videos von dem Vorfall zeigen, wie Böller in Richtung der Einsatzkräfte fliegen, auf einem Foto liegt ein brennender Einkaufswagen am Boden. Dieser und die schweren Verletzungen eines Polizisten, der anschließend operiert wurde, traten in den Tagen danach eine ebenso hitzige Debatte los.

In der Kritik steht auch die Kommunikation der Polizei. In einer Pressmitteilung am 1. Januar stand, dass der brennende Einkaufswagen von einer »Gruppe von Gewalttätern […] mitten in eine Einheit der Bereitschaftspolizei« geschoben worden sei und dabei Lies die vollständige Pressemitteilung der Polizei hier ein Polizist so schwer verletzt wurde, dass er »notoperiert« werden musste. Aufgrund von Videoaufnahmen in der Silvesternacht Lies dazu »Das Chaos von Connewitz« auf »Spiegel Online« (2020) stellten Journalisten diese Darstellungen in Frage.

Mit Illustrationen von Tobias Kaiser für Perspective Daily

von Lisa Kuner 

Lisa Kuner studierte nachhaltige Entwicklung in Leipzig und arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die F.A.Z.

Themen:  Demokratie   Deutschland   Gesellschaft  

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