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PD Daily 

Was Frankreich aus dem Protest der Gelbwesten gelernt hat

Die Aussicht auf steigende Benzinpreise trat eine Protestwelle los, die das Land erschütterte. Schließlich bewegte sich die Regierung – und lässt die Bürger:innen jetzt selbst Lösungen für die Energiewende erarbeiten.

28. Januar 2020  3 Minuten

Aus der Distanz liegt die Versuchung nahe, die Proteste der Gelbwesten-Bewegung schlicht als Proteste der Uneinsichtigen zu klassifizieren. Denn es war die Aussicht auf höhere Benzinpreise, die seit November 2018 in Frankreich Hunderttausende auf die Straßen trieb. Mit der höheren Besteuerung fossiler Kraftstoffe wollte die Regierung die Energiewende voranbringen.

Dass der In diesem Artikel schreiben wir über 6 große Klimakiller – und wie wir sie in den Griff bekommen Pkw-Verkehr ein echter Klimakiller ist, sollte doch inzwischen bei wirklich allen angekommen sein. Warum wehren sich Menschen also vehement gegen eine Politik, die dem Klima nur guttun kann?

Eine Antwort aus den Reihen der Protestbewegung lautete: Weil es sozial nicht gerecht ist. Während Superreiche Hier erklärt Chris Vielhaus, warum du zu viele Steuern zahlst durch eine reformierte Vermögenssteuer »Spiegel Wirtschaft« berichtete über die Abschaffung der Vermögenssteuer in Frankreich (2017) von Präsident Emmanuel Macron entlastet wurden, sollten die einfachen Bürger:innen, für die es gerade in ländlichen Gebieten oftmals keine Alternative zum Auto gibt, künftig tiefer in die Tasche greifen. Das zündete.

Die Proteste eskalierten über Monate, schließlich ruderte die Regierung zurück. Mitte Dezember 2018 kündigte Macron weitere Maßnahmen an, die den Forderungen der Demonstrierenden entgegenkamen – unter anderem eine Erhöhung des Mindestlohns um 100 Euro.