PD Daily 

Geld fürs Nichtstun: So viel Grundeinkommen wollen dir die Parteien geben

Fast alle Parteien im Bundestag haben Konzepte zum Grundeinkommen ausgearbeitet. Hier lernst du sie im Detail kennen.

11. Februar 2020  4 Minuten

Sibylle Berg (2019). GRM. Brainfuck. Köln: Kiepenheuer & Witsch., S. 229 »Kohle. Es gab Kohle für lau!« – so bringt Sibylle Berg in ihrem Roman GRM. Brainfuck die Philosophie des Grundeinkommens auf den Punkt. Jede:r soll Geld bekommen, einfach so, ohne Gegenleistung. Dafür, ein Mensch zu sein. Das deutsche »Netzwerk Grundeinkommen« definiert das Grundeinkommen als existenz- und teilhabesichernden Geldbetrag, der individuell und ohne Gegenleistung, Arbeitszwang und Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt wird. Minimalvoraussetzung ist dabei die Zugehörigkeit zu einer politischen Gemeinschaft, zum Beispiel der Bundesrepublik Deutschland.

Spätestens mit den Hartz-IV-Reformen der Agenda 2010 Als »Agenda 2010« wird ein groß angelegtes Reformpaket bezeichnet, das ab 2003 von der rot-grünen Bundesregierung eingeführt wurde. Die »Agenda 2010« zielte in erster Linie darauf ab, (langzeit-)arbeitslose Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Dazu wurden die Sozialversicherungen grundlegend umstrukturiert. Der kontroverseste Bestandteil der »Agenda 2010« war die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II, das als Hartz IV bekannt ist. Zentrales Motto ist »Fordern und Fördern«, das benutzt wurde, um mehr Druck auf Arbeitslose auszuüben. Neben weitreichenden Reformen in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik enthielt die »Agenda 2010« auch Maßnahmen in der Familien- und Bildungspolitik. Durch die »Agenda 2010« wurde ein Niedriglohnsektor geschaffen und Arbeitsverhältnisse wurden für Arbeitnehmer:innen unsicherer.

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

Die Diskussionen sind leider nur für Mitglieder verfügbar.

Weitere Artikel für dich