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Das Coronavirus könnte bald Afrika erreichen. Was das (für uns) bedeutet

Wie der Kontinent eine Pandemie verhindern will – und wie Europa helfen kann.

12. Februar 2020  10 Minuten

Die Sorge über eine Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland ist groß. Jede Ansteckung wird in den Medien atemlos dokumentiert. Über eines machen sich bisher aber wenige Leute Gedanken: Was passiert, wenn das Coronavirus in Afrika, unserem Nachbarkontinent, ankommt?

Noch gibt es in Afrika keine nachgewiesenen Fälle und es besteht eine Chance, dass das auch nicht passiert. Oder dass die wenigen Patienten früh gefunden und isoliert werden und dass das Virus auf dem Kontinent keinen Fuß fassen kann. Vermutlich wird es aber anders kommen.   Die offizielle Bezeichnung des Coronavirus ist 2019-nCoV

»Es ist nur eine Frage von Tagen, bis wir erste Fälle auf dem Kontinent nachweisen können«, meint zum Beispiel Ernest Tambo, der in Kamerun an der Université des Montagnes forscht und als Geschäftsführer von Africa Disease Intelligence, Communication and Response Regierungen bei der Bekämpfung übertragbarer Krankheiten berät.

»China hat ein gut etabliertes System zur Früherkennung übertragbarer Krankheiten«, meint Tambo, der nach seiner Doktorarbeit auch am Chinese Center for Disease Control and Prevention in Shanghai gearbeitet hat. »2019-nCoV wurde früh erkannt, aber Lücken in der Kommunikation und der Eindämmung der Übertragung der chinesischen Regierung haben zu einer schrecklichen Ausbreitung geführt. Ich rechne damit, dass wir in afrikanischen Ländern ein noch schlimmeres Szenario beobachten werden.«

Dafür gibt es viele Gründe. Und sie verraten uns auch etwas darüber, welche Lösungen jetzt drängender sind denn je.

Mit Illustrationen von Doğu Kaya für Perspective Daily

von Peter Dörrie 

Es kann arrogant wirken, als Wohlstandskind die Frage zu stellen, warum es auf der Welt immer noch Krieg und Armut gibt. Zu einfach entsteht der Eindruck, man habe selbst alle Antworten parat. Als Entwicklungs-, Friedens- und Konfliktforscher findet Peter die Frage dennoch wichtig. Denn er geht immer davon aus, dass es mehr als eine Wahrheit gibt und die eigene am wenigsten zählt. Sein besonderes Interesse gilt Afrika. In 12 Ländern des Kontinents hat er bereits recherchiert.

Themen:  Politik   Gesundheit   Afrika  

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