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In Deutschland fehlen Medikamente. Dieses Gesetz soll helfen

Immer wieder warten Patient:innen vergeblich auf wichtige Arzneimittel. Ein neues Gesetz soll Abhilfe schaffen – wird das Problem aber nicht komplett lösen.

21. Februar 2020  4 Minuten

Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antidepressiva und Säureblocker: Menschen, die diese Medikamente benötigen, kommen in den letzten Jahren immer häufiger in die Situation, dass sie ein verschriebenes Mittel nicht erhalten. Der Grund: Es ist nicht lieferbar.

Aktuell listet das Bundesinstitut für Arzneimittel und die Medizinproduktion (BfArM) 267 Arzneimittel, für die Lieferengpässe Ein Lieferengpass ist eine Unterbrechung der üblichen Auslieferung, die länger als 2 Wochen andauert, oder eine deutlich erhöhte Nachfrage, die das Angebot übersteigt. Das führt nicht zwangsläufig zu einem medizinisch relevanten Versorgungsengpass. Denn oft stehen alternative Arzneimittel zur Verfügung. Ein Versorgungsengpass liegt erst dann vor, wenn gleichwertige Alternativarzneimittel nicht zur Verfügung stehen. Mehr zu den Unterschieden zwischen Lieferengpass und Versorgungsmangel findest du hier auf der Website des BfArM. Hier findest du eine Liste der Arzneimittel, für die Lieferengpässe vorliegen vorliegen: Betroffen ist aktuell zum Beispiel das Schmerzmittel Ibuflam, das vor allem bei chronischen Entzündungen und Rheuma verschrieben wird, der Blutdrucksenker Valsartan, das Antidepressivum Venlafaxin und verschiedene Antibiotika.

Wer diese Medikamente braucht und regelmäßig nimmt, muss auf Ersatzmittel ausweichen – inklusive möglicher Nebenwirkungen bei der Umstellung. Gerade bei Psychopharmaka kann der Wechsel zu anderen Mitteln schwierig sein, selbst wenn diese ähnlich wirken.

Titelbild: Markus Spiske - CC0

von Lara Malberger 
Das Netz ist voller Tipps und Ratschläge – und Menschen, die damit ihre Probleme lösen wollen. Doch meistens gibt es nicht »die« eine richtige Lösung. Aber was ist sinnvoll? Und was kann weg? Um so nah wie möglich an eine Antwort heranzukommen, hat Lara Wissenschaftsjournalismus mit Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin in Dortmund und Digital Journalism in Hamburg studiert.
Themen:  Gesellschaft   Gesundheit  

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