Kommentar 

Hanau: Der Nährboden für rechten Terror ist eine Gesellschaft, die sich nicht selbstkritisch hinterfragt

Ein Kommentar.

21. Februar 2020  4 Minuten

Wer es nicht schon Mittwochnacht verfolgt hatte, wurde am Donnerstagmorgen mit der grausamen Nachricht wach: Im hessischen Hanau erschoss ein Mann 10 Menschen und danach sich selbst. Im Morgengrauen sickert durch, dass hinter dem Anschlag ein rechtsextremes Motiv stecke. »BR 24« veröffentlichte eine Zusammenfassung des Schreibens und einiger Videos, die der Täter im Internet hochgeladen haben soll (2020) Das wird vor allem aus dem mutmaßlichen Bekennerschreiben deutlich, das inzwischen einigen Medien vorlag. Darin schreibt der Attentäter davon, einen »Krieg« zu führen »gegen die Degeneration unseres Volkes«. Doch bereits vor dem Öffentlichwerden dieser Zeilen deutet die Wahl der Anschlagsorte auf die rassistische Weltsicht des Täters: David Ehl spricht mit Ibrahim Arslan, der über die rechtsextremistischen Morde nach der Wiedervereinigung an Schulen aufklärt und so den Opfern eine Stimme gibt Er suchte 2 Shisha-Bars auf und feuerte auf die Gäste. Lies hier den Liveblog der »Süddeutschen« zu dem Terroranschlag (2020) Wenig später tötete er auch seine 72-jährige Mutter, anschließend beging er Selbstmord.

Titelbild: dpa/ Markus Schreiber - copyright

von Juliane Metzker 

Juliane schlägt den journalistischen Bogen zu Südwestasien und Nordafrika. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Durch die Konfrontation mit außereuropäischen Perspektiven ist ihr zurück in Deutschland klar geworden: Zwischen Berlin und Beirut liegen gerade einmal 4.000 Kilometer. Das ist weniger Distanz als gedacht.

Themen:  Gesellschaft   Extremismus   Deutschland  

Die Diskussionen sind leider nur für Mitglieder verfügbar.

Weitere Artikel für dich