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Mutter Clinton? Oder Vater Trump?

Wie die richtigen Worte Republikaner und Demokraten wieder zusammenbringen können, oder: Warum die Abgeordneten in Washington öfter mal zusammen feiern gehen sollten.

8. November 2016  12 Minuten

Heute Nacht also erreicht der US-Wahlkampf seinen Höhepunkt. Die Mehrheit der EU-Bürger hält den Atem an und geht davon aus, dass Hillary Clinton die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden wird. Die stets komplexer werdenden Modelle, die das Ergebnis vorhersagen sollen, sprechen von einem deutlichen Sieg für die Demokratin. Aber es gibt auch die nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit, dass wir am 9. November in einer Welt mit Donald Trump als Präsidenten aufwachen.

Aber auch mit Hillary Clinton als Präsidentin ist das Phänomen Trump nicht vorbei. Die vergangenen Monate haben vor allem auch eins gezeigt: Die Polarisierung zwischen Demokraten und Republikanern ist ungebrochen hoch. Wachsender Anti-Elitismus, Migration, Neoliberalismus, wachsende Ungleichheit, hysterische Medien. Sicher alles Zutaten für die aktuelle Stimmung. 2 Zutaten, die bei der Frage nach den Ursachen bisher eher stiefmütterlich behandelt wurden, sind die Sprache und die informelle Kommunikation.

Wer sich die 3 Präsidentschaftsdebatten aufmerksam angesehen hat, wird sich vielleicht auch gefragt haben: Sprechen die noch die gleiche Sprache? Tatsächlich können wir seit Beginn der 1990er-Jahre beobachten, dass die Parteien Sprache gewissermaßen auf unterschiedliche Art und Weise nutzen. Tatsächlich war der Sprachgebrauch von Politikern in öffentlichen Reden zu allgemeinen Themen nie parteiischer. Gleichzeitig sind die positiven Gefühle gegenüber der gegnerischen Partei Eine Analyse der genutzten Sprache der Gesetzgeber in Washington seit 1873 zeigt den Zuwachs parteiischer Wörter (englisch, 2016) auf einen historischen Tiefstand gesunken.