PD Daily 

»Ich mache mich vor dem Publikum nackt, um Empathie bei den Menschen auszulösen«

27.000 Menschen sitzen aktuell aus politischen Gründen in türkischen Gefängnissen – viele von ihnen werden gefoltert. Auch Doğan Akhanlı saß für seinen politischen Aktivismus ein. Mit seiner Geschichte will er aufrütteln.

20. März 2020  4 Minuten

Das Operngebäude in Bonn ist erfüllt von Beethovens Klängen. Über der Bühne hängt ein großer Bildschirm, auf dem der Taksim-Platz in Istanbul zu erkennen ist. Es sind verwackelte Aufnahmen der Gezi-Proteste aus dem Jahr 2013. Was am 28. Mai 2013 als Demonstration gegen ein geplantes Bauprojekt auf dem Gelände des Gezi-Parks in Istanbul begann, setzte schnell eine landesweite Protestwelle gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan in Gang. Der massive Einsatz von Gewalt und Tränengas seitens der Polizei tötete 11 Menschen und verletzte Tausende. Die Proteste erfassten über mehrere Wochen hinweg nahezu das gesamte Land. Eine Zeit, in der viele Oppositionelle für den Rücktritt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan demonstrierten und sich gegen die staatliche Bevormundung sowie Unterdrückung wehrten.

Die Neuinszenierung von Lies hier mehr über die Handlung des Originalstücks Beethovens Fidelio handelt von all diesen Dingen: von Gewalt, Folter und Hier erfährst du mehr über die Macht und Unterdrückung des Erdoğan-Regimes (2019) der Unterdrückung vieler Menschen in der Türkei.

Titelbild: Thilo Beu - copyright

von Lara Herberg 

Lara Herberg begeisterte sich schon immer für Sprachen, Menschen und ihre Kulturen. Weil sie mit der türkischen Sprache großgeworden ist, liegt ihr besonders die Türkei am Herzen. Lara unterstützte Perspective Daily als Redaktionspraktikantin von Januar bis März 2020.

Themen:  Arabische Welt   Aktivismus   Politik  

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