Welche Selfies du besser für dich behältst

Was glaubst du: Wie privat sind deine Daten? Und wer schaut gerade durch deine Webcam zu?

11. November 2016  9 Minuten

Fabian und seine Kumpels aus der achten Klasse klettern verbotenerweise aufs Schuldach. Eine ziemlich coole Aktion, da sind sich die Jungs einig. Schnell ist ein Selfie bei sozialen Medien hochgeladen. Die Klassenkameraden sind begeistert – zumindest bis zum nächsten Morgen, als Fabians Klassenlehrer ihm das Beweisfoto unter die Nase hält. Dass der auch ein Facebook-Profil hat, hat Fabian ganz vergessen. Die Konsequenz: Disziplinarkonferenz.

Fabians Aktion war unvorsichtig und kurzsichtig. Bei dem banalen Schulstreich ist dieses Urteil schnell gefällt. Tatsächlich sind jedoch die meisten Deutschen unvorsichtig und geben tagtäglich massenhaft persönliche Daten bei sozialen Medien oder in Programmen preis: Geburtsdatum, Berufsweg, Fotos und sogar Infos über Vorlieben, Freunde, Laune und Gesundheitszustand. Die Risiken dieses Handelns sind schwierig abzuschätzen. Dabei geht es um weit mehr als nur um Ärger in der Schule: Unvorsichtig preisgegebene Daten sind ein steigender Wirtschaftsfaktor für Dirk Walbrühl erklärt anhand von Pokémon Go, wie wir immer häufiger mit Daten bezahlen Konzerne und können an Dritte verkauft sowie von der Politik missbraucht werden. Im Extremfall geht es bei Daten auch um Leben und Tod: Zu Zeiten der Weimarer Republik wurden die sogenannten »Rosa Listen« mit den Namen von Homosexuellen geführt. Im Dritten Reich wurden diese zu Todeslisten. Auch

Titelbild: Steinar La Engeland - CC0

Themen:  Internet   Psychologie  

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