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PD Daily 

Wo gäääähnau sind die Frühlingsgefühle?

Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern – manche Menschen lassen sich davon anstecken, andere macht der Frühling müde. Woran liegt das?

17. April 2020  4 Minuten

Aus dem Boden sprießen Tulpen und Narzissen und aus den Ästen kahler Bäume brechen langsam wieder Knospen und grüne Blätter hervor. Die Natur erwacht und damit beginnt auch die Zeit, in der alle Menschen voller Energie durch Parks, über Wiesen und Straßen hüpfen. Mit Mindestabstand, versteht sich.

Alle Menschen? Nein!

Eine von Sonnenstrahlen unbeeindruckte Gruppe hört nicht auf, dem Frühlingsanfang Widerstand zu leisten – und verschläft ihn ganz einfach. Doch wie kommt es, dass manche scheinbar resistent gegen den frühjährlichen Frohsinn sind, während andere von Frühlingsgefühlen gepackt werden?

Unser Hormonhaushalt passt sich an die Lichtverhältnisse an

Zunächst einmal: Frühlingsgefühle gibt es tatsächlich. Sie lassen sich durch eine Kombination aus Hormonumschwung und psychischen Faktoren erklären. Wir Menschen folgen einem Jahresrhythmus, an den sich unser Körper anpasst.

Gesteuert wird dieser Rhythmus unter anderem vom Hormon Melatonin. Fällt kein Licht mehr auf die Netzhaut unseres Auges, gibt unser Körper ein Signal an die Zirbeldrüse in unserem Zwischenhirn – und das Hormon wird ausgeschüttet. Melatonin zeigt an, wie lang die Nächte sind, und gibt uns dementsprechend das Signal dafür, wie lange wir schlafen sollten – Melatonin macht aber nicht zwingend müde: Bei nachtaktiven Tieren sorgt Melatonin beispielsweise für Aktivität. im Winter ist das länger, im Sommer kürzer.

Werden die Tage wieder länger, produziert der Körper mehr Serotonin und Dopamin, die häufig auch als Glückshormone bezeichnet werden. Sie machen im Gegensatz zu Melatonin munter. Das ist ein Grund dafür, warum sich viele Menschen beschwingter fühlen, sobald die Tage wieder länger werden.