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PD Daily 

Wie uns die Erfahrungen mit Ebola jetzt bei Corona helfen

Viele afrikanische Länder haben Erfahrung im Kampf gegen Epidemien. In Tübingen kommen diese jetzt zum Einsatz – gegen Corona.

21. April 2020  3 Minuten

Normalerweise ist der Tübinger Festplatz ein Ort für Jahrmärkte, Food-Truck-Festivals oder Sommerfeste. Doch momentan zeigt sich ein gänzlich anderes Bild: Ein kleines Containerdorf inklusive Drive-in, in dem man sich aus dem Auto heraus auf Corona testen lassen kann, ist innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft worden.

Ein Team aus etwa 10 Ärzt:innen und Medizinstudierenden hat hier die Arbeit aufgenommen und betreibt nun eine Fieberambulanz, in der täglich 180 Patient:innen auf Covid-19 getestet werden. Patient:innen mit Symptomen können hier auch klinisch untersucht werden.

Betrieben wird die Ambulanz vom Deutschen Roten Kreuz. Gisela Schneider, Leiterin des Hier geht es zur Website des Difäm Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm) hat die Planungen unterstützt und bringt zudem im laufenden Betrieb ihre Erfahrungen aus der Über den Verlauf der Ebola-Epidemie im Kongo schreibt unser Autor David Ehl hier Ebola-Epidemie in Westafrika mit. »Es geht darum, trotz einer Krisenlage das Gesundheitssystem insgesamt funktionsfähig zu halten und die Hausarztpraxen von Infektionen freizuhalten, damit sie sich um die allgemeine Gesundheitsversorgung kümmern können.« Aufgrund der Kontakt- und Reisebeschränkungen konnte das Gespräch mit Frau Schneider leider nur telefonisch geführt werden.

Covid-19 konfrontiert deutsche Ärzt:innen und Krankenhäuser mit vielen Herausforderungen. Eine davon ist die Ansteckungsgefahr, die dazu führen kann, dass Patient:innen oder auch Besucher:innen die Infektion in Praxen oder Kliniken bringen. Im Universitätsklinikum Eppendorf sind beispielsweise 40 Mitarbeitende und Patient:innen der Krebsstation mit Covid-19 infiziert worden, obwohl diese Station besonderen Hygieneanforderungen unterliegt. Vermutlich ist die Infektion durch eine Reinigungskraft ausgelöst worden, die entgegen der Vorschriften keinen Mundschutz trug.