Kommentar 

4 Gründe, warum du den Begriff »Andersdenkende« mit Vorsicht verwenden solltest

Gerade wird das Andersdenken zum politischen Kampfbegriff, von dem vor allem extreme Ideologien profitieren.

29. Mai 2020  4 Minuten

Die junge Frau lächelt freundlich in die Kamera ihres Youtube -Kanals und redet über ihre neue, rote Haarfarbe. Dann aber geht es mit härterem Tobak los: Bei ihrer eigenen Festnahme auf einer Kölner Demonstration gegen Coronamaßnahmen – immerhin Die »Kölnische Rundschau« berichtet über die »Hygiene-Demos« in Köln und den Vorfall um die Influencerin (2020) wegen Verdacht der Körperverletzung mit anschließender Beamtenbeleidigung – sei alles ganz anders gewesen. Sie sei das Opfer von linksextremen Demonstranten. Die Zeitungen, die darüber berichteten, würden gezielt Lügen verbreiten. Ihr Fazit und der Titel des Videos: »Wie man Andersdenkende medial zerstört«.

Da ist er wieder, der Begriff »Andersdenkende«, Vordenker dieser Verwendung des Begriffs »Andersdenkender« war der umstrittene freie Journalist und Aktivist Ken Jebsen, der bereits 2015 auf seinem eigenen Medium »KenFM« über »Die Freiheit der Andersdenkenden« und eine angebliche Pogromstimmung in Deutschland gegen sie schrieb. Jebsen steht aktuell im Zentrum der Verbreitung einer Verschwörungsideologie um die »Bill & Melinda Gates Foundation« während der Covid-19-Pandemie. der derzeit ein Trendwort zu werden droht. Nicht nur auf dem rechts­politischen

Titelbild: Ryoji Iwata - CC0

von Dirk Walbrühl 

Dirk ist ein Internetbewohner der ersten Generation. Ihn faszinieren die Möglichkeiten und die noch junge Kultur der digitalen Welt, mit all ihren Fallstricken. Als Germanist ist er sich sicher: Was wir heute posten und chatten, formt das, was wir morgen sein werden. Die Schnittstellen zu unserer Zukunft sind online.

Themen:  Internet   Psychologie   Populismus  

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