»Ist das eine Anpassung an den Bildungsbürger oder an den Punk?«

Über das Gelingen oder Misslingen von »Integration« streitet Deutschland immer wieder gerne. Aber haben wir überhaupt begriffen, worüber wir da sprechen? Und wer alles daran beteiligt ist?

Interview - 30. November 2016  7 Minuten

Ein Jahr, ein Diskurs: Seit letztem Sommer sind über 1 Million Geflüchtete nach Deutschland gekommen. 365 Tage voller politischer und gesellschaftlicher Diskussionen über die Frage, ob Deutschland das wirklich schafft, nähern sich ihrem Ende. Einige antworten »Nein«, andere beherzt »Ja«, die Unparteiischen suchen noch nach dem Satzende für das »Ja, aber …«. Integrationsgipfel und Fernsehdebatten zu dem Thema boomen. Doch wo viele nur Schattenseiten sehen, gibt es aus wissenschaftlicher Sicht auch einige Fortschritte.

»Wir schaffen das!« – Angela Merkel

Hier geht es zum Institut für Migration und Internationale Studien der Universität Osnabrück Der Migrationsforscher Jochen Oltmer von der Universität Osnabrück beobachtet: »So eine intensive und lange Debatte über Migration haben wir noch nie geführt und das ist wichtig.« Laut der Migrationsforschung ist Deutschland ein Einwanderungsland, und das nicht erst seit 2015. Seitdem 1955 italienische Gastarbeiter nach Deutschland angeworben wurden, wächst die Zahl der ausländischen Arbeitnehmer. Heute haben über 20% der Einwohner einen Migrationshintergrund im engeren Sinne. Darunter fallen alle, die noch zu Hause wohnen und von denen mindestens ein Elternteil aus dem Ausland kommt. Der Soziologe Rainer Geißler hat für die Bundeszentrale für Politische Bildung skizziert, wie Deutschland sich vom Gastarbeiter- und Zuwanderungsland zu einem modernen Einwanderungsland entwickelt.

Mit Illustrationen von Michael Szyszka für Perspective Daily

von Juliane Metzker 

Juliane schlägt den journalistischen Bogen zu Südwestasien und Nordafrika. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Durch die Konfrontation mit außereuropäischen Perspektiven ist ihr zurück in Deutschland klar geworden: Zwischen Münster und Beirut liegen gerade einmal 4.000 Kilometer. Das ist weniger Distanz als gedacht.

Themen:  Flucht   Deutschland   Gesellschaft  

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