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PD Daily 

Wie im Cockpit: So könnte die Zukunft auf deutschen Straßen aussehen

Ein neues Assistenzsystem soll das Navi ablösen und den Blick auf die Fahrbahn revolutionieren. Das steckt dahinter.

17. Juli 2020  4 Minuten

Michael fährt mit seinem Auto mit 60 Stundenkilometern geradeaus. Dann greift seine Hand auf den Beifahrersitz zu seinem Smartphone. Er will nur kurz eine Whatsapp-Nachricht ansehen und beantworten. Ein kleiner Blick, ein kurzes »ok« getippt – das dürfte nicht so riskant sein.

Doch, ist es.

Mit nur einer Hand am Lenkrad und der Sicht nur einen Augenblick lang weg von der Straße, fährt Michael 140 Meter blind. Er überfährt die Mittellinie und ein Teil seines Wagens schlingert unruhig auf die falsche Fahrbahn – 3,5 Sekunden lang. Erst dann kann er den Fahrfehler korrigieren. Wenn er Glück hat.

Eine Situation wie diese kann in der echten Welt gefährliche Unfälle nach sich ziehen und Leben kosten. Gut, dass Michael nur ein Testfahrer in einer neuen Studie des Fahrtechnikzentrums des ÖAMTC war. Der ADAC-Bericht zur durchgeführten Studie mit dem ÖAMTC (2020) Zusammen mit dem ADAC wollten die Verkehrsexperten demonstrieren, wie gefährlich Ablenkung und auch der kürzeste Blick weg von der Fahrbahn sein können.

Diese Verkehrsrisiken gelten nicht nur für Smartphones – Die letzte repräsentative Umfrage zum Thema Smartphone als Navi ergab 2016 die Zahl von 35% der Fahrer:innen. Die dürfte heute deutlich höher liegen die viele Menschen seit Jahren zum Navigieren benutzen – sondern auch für klassische Navigationssysteme. So sollten die Testteilnehmer des ÖAMTC als Aufgabe einen Straßennamen im Navi eingeben. Natürlich nahmen sie dafür kurz den Blick von der Fahrbahn. Mit gravierenden Folgen: 87% der Proband:innen konnten einem simulierten Hindernis so abgelenkt nicht ausweichen und hätten in der Realität einen Unfall gebaut.