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PD Daily 

Neue Daten: So viel reicher sind Deutschlands Superreiche

2.100 zusätzliche Milliarden haben Forscher:innen bei den reichsten Deutschen ausfindig gemacht. Währenddessen besitzt die ärmere Hälfte der Bevölkerung fast nichts. Nun fordern selbst einige Superreiche umfangreiche Reformen.

17. Juli 2020  4 Minuten

Dagobert Duck aus Entenhausen ist ein Superreicher. Die Bewohner des Örtchens wissen, dass er in seinem Geldspeicher eine ganze Menge Zaster verbirgt – wie viel genau es ist, kann aber kein Außenstehender beurteilen.

So verhielt es sich bisher auch mit den Vermögen der Superreichen in Deutschland. Auch sie lassen sich nur ungern in ihre »Geldspeicher« schauen. In der Realität sind das natürlich keine Silos voller Goldmünzen, sondern Anlagen wie Unser Autor Peter Dörrie ist gut situiert – und fordert: Enteignet mich! Firmenbeteiligungen, Aktiendepots, Immobilien, Autos usw. Ökonom:innen blieb daher bisher nichts anderes übrig, als auf Schätzwerte über die Höhe von Vermögen zurückzugreifen. Verlässliche Daten über die tatsächliche Vermögenskonzentration sind dementsprechend oft unvollständig oder ungenau – bis heute.

Jetzt haben Forscher:innen des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) einen Weg gefunden, wesentlich mehr Licht in das Dunkel hinter den Fassaden zu werfen. Dabei greifen sie auf das sogenannte Sozio-Ökonomische Panel (SOEP) zurück, eine jährliche Befragung von 14.000 Haushalten in ganz Deutschland. Die Änderung zum Vorjahr: Erstmals in der 37-jährigen Geschichte des SOEP wird die »Millionär:innen-Datenlücke« DIW – »Millionär:innen unter dem Mikroskop« (2020) berücksichtigt – und geschlossen.