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Interview 

Was du über Ableismus wissen solltest

Menschen mit Behinderung machen unter #AbleismTellsMe auf die verbreitete Diskriminierung aufmerksam, die sie erfahren. Was die Aktion bewirken kann, erklärt Inklusionsaktivist Constantin Grosch im Interview.

8. September 2020  5 Minuten

Hier findest du den Tweet von Constantin Grosch »Eine Behinderung ist doch kein Grund keinen Partner zu finden. Du bist doch total sympathisch. Du findest schon jemanden.« Es klingt nach einem freundlichen Satz, den jemand mal zu Constantin Grosch gesagt hat und den er jetzt bei Twitter geteilt hat.

Oder dieser: Hier findest du den Tweet von Benedikt Sequeira Gerardo »Hört dein Kind? Ja? Super!«, den der gehörlose Gebärdensprachendolmetscher Benedikt Sequeira Gerardo veröffentlicht hat.

Menschen mit Behinderungen werden oft bedauert, für schwach und hilfsbedürftig gehalten. In gut gemeinten Fällen, wie in diesen beiden Beispielen, werden Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen für ihre Eigenschaften und vermeintlichen Leistungen gelobt.

Dass das in Wahrheit alles gar nicht so freundlich ist, wie es sich Menschen ohne Behinderung vorstellen, zeigen die vielen Tweets, die gerade in den sozialen Netzwerken, vor allem auf Twitter, unter dem Hashtag #AbleismTellsMe geteilt werden. Ins Leben gerufen wurde der Hashtag #AbleismTellsMe Anfang September von Kyle Hill, einer 23-jährigen Studentin aus den USA, die bei Twitter auch über ihre Behinderung und chronische Krankheit spricht. Nachdem viele Twitter-Nutzer:innen im englischsprachigen Raum den Hashtag aufgriffen, äußern sich bis heute insbesondere auch in Deutschland Betroffene unter diesem Hashtag zu ihren Diskriminierungserfahrungen. Es ist von vermeintlichen Komplimenten zu lesen, von Diskriminierung, von geraubten Lebenschancen und alltäglichen Einschränkungen. Betroffene berichten auch von besonders schlimmen Fällen, wenn ihnen und ihren Angehörigen Leid unterstellt wird. Wenn sogar infrage gestellt wird, ob es sich lohnt, so zu leben.