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Grafik: Welche Länder sind schuld an der Klimakatastrophe?

Eine neue Studie zeigt, aus welchen Nationen das CO2 stammt, das die Menschheit bisher in die Atmosphäre geblasen hat. Und welche Länder ihr CO2-Guthaben längst überzogen haben.

22. September 2020  2 Minuten

In Deutschland zweifelt zum Glück kaum jemand daran, dass wir alle eine Verantwortung für unser historisches Erbe tragen. Gerade wenn es um die Naziverbrechen geht, herrscht weitestgehend Konsens: Wir müssen alles daran setzen, dass sich so etwas nicht wiederholt; und wir stehen in der Schuld der Opfer und ihrer Nachkommen.

Doch wie ist das beim Klimawandel: Müssten nicht auch hier jene Nationen eine besondere Verantwortung tragen, die am meisten zur globalen Klimakrise beigetragen haben?

Eine neue Hier geht es zur Studie über historische CO2-Emissionen und Kontingente (englisch, 2020) Studie des Wirtschaftsanthropologen Jason Hickel Dr. Jason Hickel ist Fellow of the Royal Society of Arts, Senior-Gastforscher an der London School of Economics und Senior-Dozent am Goldsmiths, University of London. Weiterhin ist er Autor verschiedener populärwissenschaftlicher Bücher über Degrowth oder globale finanzielle Ungleichheit. geht nun erstmals genauer der Frage nach, welche Länder im Laufe der Geschichte wie viel CO2 in die Atmosphäre emittiert Hickel berücksichtigt nur die direkten Emissionen, also die, die aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas stammen, nicht hingegen Emissionen, die sich aus Forstwirtschaft und Landnutzung ergeben. und so die Klimakatastrophe mit verursacht haben:

Historische CO2-Emissionen in Gigatonnen (1850–2015)

Quelle: The Lancet, Jason Hickel

Die USA und die EU haben also, vereinfacht gesagt, den Klimawandel zur Hälfte mitverursacht. Allerdings lebt in Europa und in den USA nur rund 1/10 der Weltbevölkerung. Um herauszufinden, wer historisch gesehen besonders über seine Verhältnisse gelebt hat, geht Hickel daher noch einen Schritt weiter. Dafür legt er folgende Überlegung zugrunde: