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Was dir dein Geschichtsbuch verschweigt: Auf den Spuren Schwarzer Deutscher

Was war die Dibobe-Petition? Wie diskriminierte das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz aus dem Jahr 1913? Dieser Text macht blinde Flecken in unseren Geschichtsbüchern sichtbar.

5. Oktober 2020  7 Minuten

Für Anumu In der genutzten Quellen findet sich kein Vor- und Zuname der Person. Andere Quellen geben aber an, dass es sich hierbei um (Heinrich) Ernst Wilhelm Anumu handeln muss, der in seinem siebten Lebensjahr nach Hamburg kam. Das geht auf die Recherchen des Universitätsprofessors Leroy T. Hopkins zurück. war Deutschland sein Lebensmittelpunkt, seine Heimat im Herzen. Seit seinem siebten Lebensjahr lebte er hier, er wurde hier getauft und erzogen. Alles, was er sich wünschte, war, dass seine Heimat Deutschland ihn als vollwertigen Bürger akzeptierte. Doch das wurde ihm sein Leben lang verwehrt. Als Anumu im Jahr 1917 den letzten deutschen Gouverneur von Togo um Einbürgerung bat, wurde sein Anliegen abgelehnt. Die Gründe dafür? Anumu hatte sie nie erfahren.

Der Fall von Anumu zeigt die Geschichte der Widerstände, mit denen Schwarze Deutsche seit jeher zu kämpfen haben. Ihre Geschichten sind Kapitel in der deutschen Vergangenheit, die im Schulunterricht und in Büchern für gewöhnlich nicht gelehrt werden. Doch ihre Geschichten sind untrennbar mit der Geschichte des Rassismus in Deutschland verbunden.

Sie beginnt, als das deutsche Kaiserreich im Jahr 1884 die ersten Kolonien auf dem afrikanischen Kontinent errichtete. Historiker:innen kritisieren, dass Laura Kingston schreibt über den Völkermord an den Herero und Nama eine Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte bislang nicht geschehen sei.