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PD Daily 

Studie: Wenn alle so viel Energie nutzen, wie sie brauchen, ist das Klimaproblem gelöst

Für ein »gutes« Leben brauchen wir viel weniger, als wir heute haben. Warum uns trotzdem die Klimakatastrophe droht? Weil die Reichen weiter im Exzess leben.

23. Oktober 2020  4 Minuten
Lies hier, welche Länder für alle bis heute verursachten Emissionen verantwortlich sind Sind es die Bürger:innen der Industrienationen, die konsumieren bis zum Umfallen? Diese Aktivistin sagt: Der Klimawandel liegt im Kolonialismus begründet Die Erb:innen alter Kolonialmächte, die mit der Sklaverei und der Aneignung ferner Länder die Grundlagen für die Ausbeutung der Natur gelegt haben? Der Klimawandel sei von Männern geschaffen, sagt Katharina Wiegmann. Und die können ihn allein nicht lösen Oder doch die Männer, die ein politisches und wirtschaftliches System geschaffen haben, das keine Empathie für andere Lebensformen und -stile kennt?

Wenn man sich auf die Suche nach den Verantwortlichen für den Klimawandel macht, kann man viele Abzweigungen nehmen – und entsprechend viele unterschiedliche Antworten finden.

Doch der vielleicht zuverlässigste Indikator, ob eine heute lebende Person viel zum Klimawandel beiträgt, ist ihr Reichtum (was vielleicht auch daran liegt, dass Reichtum der Querschnitt der oben genannten Personengruppen ist).

Die Reichen verbrauchen die Ressourcen aller – auch beim Klima

Erst Ende September veröffentlichte Oxfam eine Oxfamstudie über die Ungleichheit der Klimaemissionen (englisch, 2020) neue Untersuchung, die festhält, dass die globale Ungleichheit bei Vermögen und Einkommen fast deckungsgleich ist mit der Ungleichheit der CO2-Emissionen:

  • Die reichsten 10% der Weltbevölkerung sind für über die Hälfte der Treibhausgasemissionen verantwortlich, die 1990–2015 in die Atmosphäre gewandert sind. (Das reichste eine Prozent ist für rund 15% aller globalen Emissionen verantwortlich.)
  • Die reichsten 10% haben in dieser Zeit etwa 1/3 des verbleibenden CO2-Kontingents verbraucht, das der Welt zur Verfügung steht, wenn das 1,5-Grad-Ziel halten soll. Die ärmeren 50% der Weltbevölkerung hingegen haben gemeinsam nur 4% dieses Kontingents verbraucht.
  • In dieser 25-Jahres-Zeitspanne sind die globalen Emissionen um 60% gestiegen. Mehr als 1/3 dieses Anstiegs ist allein auf die reichsten 5% der Menschen zurückzuführen. Die Emissionen des reichsten Prozents sind 3-mal so schnell gewachsen wie die der kompletten ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung.