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Comic 

Ist das Strafgesetzbuch sexistisch?

Schuldig! Lies diesen Comic und finde heraus, warum zum Beispiel Exhibitionisten anders bestraft werden als Exhibitionistinnen.

6. November 2020  4 Minuten

Hier findest du die barrierefreie Version.

Dieser Comic-Strip stammt aus dem Kolumnenband »Busengewunder: Feministische Kolumnen« von Lisa Frühbeis, der im Mai 2020 erschienen ist.

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In einem Gerichtssaal haben eine Staatsanwältin, ein Richter und das Strafgesetzbuch Platz genommen. Staatsanwältin: »Euer Ehren, ich klage an!« –
Staatsanwältin: »Das Strafgesetzbuch ist sexistisch!« Strafgesetzbuch: »Infame Lüge! Vor mir sind alle gleich!« –
Staatsanwältin: »Oh nein.« Strafgesetzbuch: »Oh doch!« Staatsanwältin: »Nein!« Strafgesetzbuch: »Doch!« Staatsanwältin: »Nein!« Strafgesetzbuch: »Doch!« –
Staatsanwältin und Strafgesetzbuch starren sich wütend an. –
Staatsanwältin: »Das Entgeltgleichheitsgesetz? Ein Witz. Frauen verdienen weniger als Männer, aber verlieren ihre Klagen.« Richter: »Selbst schuld, wenn sie keine Absicht beweisen können. Ist Gesetz!« –
Dezember 2018, ZDF-Weihnachtsfeier: Ein Chef, der gerne auch mal so was sagte: »Frauen haben im politischen Journalismus nichts zu suchen.« … Zahlte der Klägerin ein Vielfaches weniger als männlichen angestellten Kollegen bei gleicher Arbeit. Der Richter urteilte damals: »Kein Sexismus zu erkennen.« Worauf eine Zuschauerin rief: »Willkommen im Mittelalter!« Richter: »Ruhe auf den billigen Plätzen!« –
Zurück zum Prozess gegen das Strafgesetzbuch. Staatsanwältin: »Außerdem erhebt der Staat Ansprüche auf den Frauenbauch! Abtreibung wird rechtlich nur geduldet, die ›Austragungspflicht‹ 2018 vom Verfassungsgericht bestätigt. Was für ein Wort!« –
In der nächsten Szene sind ein Mann an einer Schreibmaschine und eine Frau zu sehen. Über dem Bild stehen die Fragen: »Woher dieser Anspruch auf den weiblichen Körper? Neidisch auf unser Gebären? Panik vor unserer Macht?« Frau: »Ich will das gerade einfach nicht.« Mann: »Du lehnst mein Astralerbgut ab? Zufällig schreibe ich gerade einem Gesetzestext …« –
Nächste Szene: 2 Nackte sitzen auf einer Parkbank – eine Frau und ein Mann. Unter dem Bild steht: »Sexuell belästigende Nacktheit in der Öffentlichkeit? Frauen werden anders bestraft als Männer. Exhibitionismus von Frauen gibt es vor dem Gesetz nicht. Ist ja schön anzuschauen!« Frauen zahlen dafür 1.000 Euro Strafe, Männer können bis zu ein Jahr ins Gefängnis wandern. –
Zurück zum Prozess gegen das Strafgesetzbuch. Staatsanwältin: »Ich fasse zusammen: Gesetze wurden jahrhundertelang von Männern gemacht. Und wenn Frauen bevorzugt werden, dann wegen Objektifizierung.« –
Staatsanwältin: »… Genug Beweise, Euer Ehren?« Richter: »… Gut. Hiermit erkläre ich das StGB schuldig und verurteile es nach … äh … StGB. Ich bin verwirrt. Im Übrigen ist das StGB nackt. Sind Sie ein Mann oder eine Frau?« Strafgesetzbuch: »Äh … genderneutral?« –