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PD Daily 

Sind diese Hacker:innen die modernen Robin Hoods?

Ihre Software betrügt die »Reichen«, und sie geben den Bedürftigen. Doch so ganz nobel sind sie nicht.

10. November 2020  5 Minuten

»Von den Reichen nehmen und den Armen geben«, das ist das Motto von Robin Hood und seinen Gefährt:innen. Aus dem Sherwood Forest heraus kämpfen sie in Balladen, Märchen und Jugendgeschichten für Gerechtigkeit in einem ungerechten Land.

Dasselbe Motto möchte nun scheinbar eine neue Hacker:innengruppe für sich reklamieren. Die Gruppe tauchte das erste Mal im August 2020 auf und begann dann mit ihren Erpressungen. Sie plündern allerdings nicht reisende Handeltreibende mit Pfeil und Bogen aus, sondern infizieren Unternehmensnetzwerke mit einer Software namens DarkSide. Dahinter steckt ein sogenannter »Ransomware«-Trojaner, der ganze Festplatten und ihre Daten als Geiseln nimmt und Lösegeld in Form der Internetwährung Bitcoin erpresst.

Wie funktioniert Ransomware?

Ransomware tarnt sich als nützliche Anwendung und wartet auf eine ahnungslose Nutzer:in, die sie aus Versehen installiert (etwa durch gefälschte E-Mails und Downloads). Sofort verschlüsselt die Software alle Dateien des Rechners oder Smartphones und macht die Geräte so lange unbrauchbar, bis ein Lösegeld in Bitcoin gezahlt wird. Oft sind ganze Firmennetzwerke betroffen. Wer sich weigert, riskiert, dass die internen Daten öffentlich gemacht werden. Das FBI geht davon aus, dass wegen Ransomware weltweit bisher über 140 Millionen Euro Lösegeld gezahlt wurden.

Aus diesem Lösegeld spendeten die Darkside-Hacker:innen nun zwei Mal 20.000 Euro (nach derzeitigem Wechselkurs rund 1,8 Bitcoin) an wohltätige Zwecke. Um das zu beweisen, posteten sie Spendenquittungen der Organisation Children International, welche Kinder in strukturschwachen Regionen hilft, und von The Water Project, das sich für die Verbesserung des Zugangs zu sauberem Wasser in Afrika südlich der Sahara einsetzt.