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Essay 

Goodbye, Kapitalismus: So kann der Übergang zu einer neuen Wirtschaftsordnung gelingen

Welt ohne Wachstum, schön und gut. Die Frage ist nur: Wie verabschieden wir uns vom Kapitalismus, ohne dass alles zusammenbricht?

11. Januar 2021  11 Minuten

Es ist nicht originell, ein Ende des Kapitalismus zu prognostizieren. Denn es ist eine Binse, dass es in einer endlichen Welt kein unendliches Wachstum geben kann. Viele Kapitalismuskritiker_innen frohlocken, sobald sie diese Prognose hören, doch darf man sich das Ende nicht friedlich vorstellen. Der Kapitalismus wird chaotisch und brutal zusammenbrechen – nach allem, was man bisher weiß.

Der Pessimismus mag zunächst übertrieben wirken. Schließlich fehlt es nicht an Konzepten, wie eine ökologische Kreislaufwirtschaft aussehen könnte, die den Kapitalismus überwinden soll. Einige Stichworte lauten: erneuerbare Energien, Recycling, langlebige Waren, öffentlicher Verkehr, weniger Fleisch essen, biologische Landwirtschaft und regionale Produkte.

Man würde zwar auf Konsum verzichten – aber diese Selbstbeschränkung könnte sogar entspannend sein. Alle Studien zeigen, dass Wohlstand nicht glücklicher macht, sobald eine gewisse Einkommensschwelle überschritten ist, die bei ungefähr 27.500 US-Dollar pro Kopf und Jahr liegt. Nur zum Vergleich: Die Deutschen verfügen derzeit über 44.500 US-Dollar pro Kopf. Da wäre ein bisschen Verzicht zumutbar.

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Ulrike Herrmann 
Ulrike Herrmann arbeitet als Wirtschaftskorrespondentin für die taz. Sie ist ausgebildete Bankkauffrau, hat an der Freien Universität Berlin Geschichte und Philosophie studiert, und zahlreiche Bücher veröffentlicht. Zuletzt erschienen sind »Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung« (2016) und »Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen« (2018).

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