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Ich will die Agrarsubventionen der EU endlich verstehen. Meine erste Station: Schweinestall

Essen sowie Umwelt- und Klimaschutz hängen eng miteinander zusammen. Wie wichtig die Gemeinsame Agrarpolitik der EU dabei ist und wie sie genau funktioniert, wissen nur wenige – inklusive mir. Das wird sich jetzt ändern.

26. November 2020  14 Minuten

Es ist ein sonnig-kühler Herbsttag am Rande eines Münsteraner Vorortes. Wir kehren den noch immer grünen Feldern, die uns umgeben, den Rücken und treten ein in den Vorraum eines schlichten Flachdachbaus. Die Geräte, die hier an den Wänden hängen und aussehen wie Stromkästen, surren und rattern; dicke Kabelstränge schlängeln sich durch die Aussparungen in den Wänden. Wir werfen unsere Jacken über die Garderobe, streifen ein paar blaue Overalls über und schlüpfen in die riesigen Gummistiefel, die bereitstehen. »Deine Sachen werden trotzdem riechen«, sagt meine Begleiterin. Dann treten wir durch 2 dicke Stahltüren und stehen mittendrin – im Schweinestall.

Die Luft ist warm und hat einen ganz eigenen Geruch – anders, als ich es in einem Schweinestall erwartet hätte. Geschätzt 10–20 gar nicht mehr so kleine Ferkel flitzen in jedem der kleineren Stallbereiche herum, es quietscht und grunzt. Sie haben Angst vor uns. »Die sind gestern erst angeliefert worden«, sagt Heike Wattendrup-Nordhoff, der der Stall und die Tiere gehören. »In ein paar Tagen sind die ganz anders drauf.«

Wie sie dann drauf sind, sehen wir im nächsten Teil des Stalls: Die Schweine hier haben schon einen deutlich größeren Teil ihres rund 120-tägigen Aufenthalts im Maststall hinter sich und sind entsprechend groß. Neugierig strecken die Tiere ihre Schnauzen über die Stallwände. Die rosa schimmernde Haut spannt sich über die strammen Muskelstränge auf ihrem Rücken, sodass sie aussehen wie halbwüchsige Bodybuilder. Viel Fleisch, wenig Fett, wie die Kund:innen das erwarten.