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PD Daily 

Der einfache Grund, warum Vorfreude so gut für deine Psyche ist

Gibt es gerade etwas, worauf du dich so richtig freust? Falls nicht, lohnt es sich, etwas Schönes zu planen – denn Vorfreude hat viele positive Effekte auf dich.

8. Dezember 2020  3 Minuten

Weihnachten wird in diesem Jahr anders als sonst, auf Adventsstimmung wollen viele Menschen trotzdem nicht verzichten. Denn das Weihnachtsfest ist oft mit Emotionen verknüpft. In den Wochen bis Weihnachten erklären wir in einer 4-teiligen Serie, woher diese Gefühle kommen.

Wenn ich mit Freund:innen über Weihnachten spreche, verlaufen die Gespräche häufig ähnlich: Es geht um fehlende Geschenke, die Besorgung des Weihnachtsbaums, ungeschriebene Weihnachtskarten oder Arbeit, die noch erledigt werden muss. Oft scheint Weihnachten eine einzige To-do-Liste zu sein, die es abzuarbeiten gilt.

Dabei ist der Advent eigentlich die perfekte Zeit, um sich in Vorfreude zu üben: An jedem Sonntag dürfen wir eine neue Kerze am Adventskranz anzünden, und Adventskalender sorgen mit ihren 24 Türchen für die tägliche Dosis freudiger Erwartung. Sich daran zu erinnern, was Vorfreude ist, kann sich besonders in diesen stressigen Zeiten lohnen.

Warum ist Vorfreude so wichtig?

Wie wichtig Vorfreude ist, fällt erst richtig auf, wenn sie fehlt. Wenn wir nichts haben, worauf wir uns freuen können, schleppen wir uns durch den Tag und warten, dass er vorübergeht. Gibt es etwas, worauf wir uns freuen, ist das anders: nervige Aufgaben gehen leichter von der Hand und unangenehme oder langweilige Angelegenheiten lassen sich besser durchstehen. Die Vorfreude dient als Ablenkung, beschert schöne Tagträume oder verleiht einen kleinen Motivationsschub. Diese positive Wirkung belegen auch psychologische Studien. Sie zeigen unter anderem:

  • Vorfreude ist tatsächlich eine der schönsten Freuden: Die Aussicht auf zukünftige, schöne Ereignisse erfüllt uns mit mehr Freude und stärkeren positiven Emotionen als der Rückblick auf vergangene, schöne Erinnerungen. Die Studie zur Vorfreude wurde von Leaf van Boven und Laurence Ashworth durchgeführt; die Ergebnisse findest du hier (englisch, 2007, Paywall) In einer Studie zeigte sich beispielsweise, dass die Teilnehmer:innen stärkere Emotionen empfanden, wenn sie an das kommende Thanksgiving-Fest dachten, als wenn sie auf vergangene Ereignisse zurückblickten.
  • Vorfreude wirkt wie ein Puffer gegen Stress: Sie hilft uns, in hektischen, unsicheren Zeiten besser zurechtzukommen. Eine Studie von Samuel Monfort und Kollegen zeigte beispielsweise, dass Personen, die sich auf etwas so Banales wie lustige Comics freuten, Stress besser verarbeiten konnten. Die Vorfreude auf die Comics führte zudem dazu, dass sie Die Studienreihe zur Wirkung von Vorfreude gegen Stress findest du hier (englisch, 2015, Paywall) nach einem stressigen Ereignis bessere Laune hatten und weniger negative Emotionen erlebten als Personen, die keinen Grund zur Vorfreude hatten.
  • Das Hinfiebern auf Erlebnisse wiegt schwerer als die Vorfreude auf Materielles: Warten wir auf Gegenstände, empfinden wir weniger Vorfreude und Aufregung, sondern eher Ungeduld. Das zeigt sich beispielsweise im Warteverhalten: Lies hier mehr über die unterschiedlichen Warteerfahrungen von Menschen (englisch, 2014, PDF) Leute, die in der Schlange stehen, um etwas Materielles zu kaufen, benehmen sich schlechter als Leute, die anstehen, um Tickets für eine Veranstaltung zu kaufen, oder bei einem Konzert oder einer Sportveranstaltung auf Einlass warten.