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Wie ein Mann Design dazu nutzte, den Menschen Autos zu verkaufen, die sie nicht brauchten

Alfred Sloan gründete die erste Designabteilung bei einem Autohersteller. Er ist ein Pionier des heutigen Massenkonsums. Seine Geschichte hilft uns zu verstehen, wie Unternehmen Menschen nahezu alles verkaufen können.

15. Februar 2021 –  11 Minuten

Hast du schon mal ein neues Handy gekauft, obwohl dein altes noch funktioniert hat? Neue Möbel, weil dir die alten nicht mehr gefallen haben? Oder einen neuen Rucksack, weil du den auf Instagram gesehen hast? Wenn du in Deutschland lebst oder einem anderen reicheren Land, ist die Antwort wahrscheinlich »ja klar«.

Ergebnisse einer Forschungsgruppe an der Technischen Universität Berlin zu Obsoleszenz »Obsoleszenz« beschreibt das Veralten von Produkten oder Wissen im Bereich der Wirtschaft und Industrie. Sie kann durch Veränderungen verursacht werden, entweder im psychologischen Bereich (vor allem bei Mode und Geschmack) oder im technischen Bereich (bezüglich der Haltbarkeit von Bauteilen). Wenn der Prozess von Herstellern bewusst herbeigeführt wird, etwa durch den Einbau von Sollbruchstellen oder von qualitativ minderwertigen Bauteilen, spricht man von »geplanter Obsoleszenz«. Die Ergebnisse einer Nachwuchsforschungsgruppe der TU Berlin zu Obsoleszenz (20219)aus dem Jahr 2019 zeigen: 67% der Befragten kaufen sich ein neues Smartphone, obwohl es keinen zwingenden Grund dafür gibt. Stattdessen ersetzen sie ihr altes Modell, weil sie sich ein Gerät mit mehr Leistungsfähigkeit wünschen, einfach Freude an einem neuen Handy haben oder weil ein neues Modell auf den Markt kommt.

Viele Menschen kaufen Dinge, die sie nicht brauchen, und besitzen so viel, dass sie regelmäßig aussortieren oder den Großteil nicht benutzen. Es ist schwierig, sich dem Massenkonsum zu entziehen. Denn Unternehmen haben tausend Strategien, um uns möglichst viel zu verkaufen. Das war nicht immer so.