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Steigende Meeresspiegel: So können Landwirt:innen auch mit Salzwasser wirtschaften

Durch den Klimawandel werden Böden und Grundwasser salziger. Das bedroht die Landwirtschaft in vielen Teilen der Welt. Salztolerante Pflanzen aus den Niederlanden könnten ein Teil der Lösung sein.

23. Februar 2021  5 Minuten

Gut 1/4 der Niederlande liegt unterhalb des Meeresspiegels, für das Land seit jeher eine Herausforderung. Mit ausgeklügelten Systemen von Deichen, Pumpen und Entwässerungsgräben drängen die Niederländer seit Jahrhunderten die Macht des Meeres zurück.

Doch wenn das Meerwasser »von unten« kommt, dann ist ihm kein Deich gewachsen.

Das Grundwasser in den niederländischen Küstenregionen Besonders stark von Versalzung betroffen sind die Küste am Wattenmeer sowie die friesischen Inseln und Zeeland, die südlichste Provinz der Niederlande Eine Studie zur Versalzung der Böden in den Niederlanden (englisch, 2010) wird zunehmend salziger. Grund dafür ist vor allem der Klimawandel. Der Meeresspiegel steigt an, das Land sackt ab und gleichzeitig gibt es immer häufiger extreme Trockenperioden. Dadurch dringt Salzwasser tiefer ins Landesinnere ein – es drückt unter den Deichen hindurch ins Grundwasser hinein und schwemmt die Mündung von Flüssen hinauf, die nun weniger Wasser führen. In trockenen Sommern verstärken Landwirte die Versalzung, indem sie mehr Wasser aus dem Boden nehmen, um Felder zu bewässern. So quillt Salzwasser aus tiefen Bodenschichten an die Oberfläche. In den besonders tief gelegenen Gebieten der Niederlande – sogenannte Polder – wird außerdem ständig Grundwasser aus dem Boden gepumpt, um zu verhindern, dass das Land überschwemmt. Einst passierte das mit Windmühlen, heute mit modernen Pumpsystemen. In solch tiefen Poldern entstehen oft Sickerquellen, in denen Salzwasser aus tiefen Bodenschichten an die Oberfläche dringt.