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PD Daily 

Konstruktiv diskutieren? 4 Lektionen aus der Beziehungstherapie

Ein Forscher aus Kanada hat eine Methode entwickelt, wie man auch in Krisen die richtigen Worte findet.

23. Februar 2021  5 Minuten

Die Stimmung in der Familienchatgruppe ist wieder eisig. Der eine Onkel hat gerade einen Covid-19-verharmlosenden Beitrag gepostet. Als Antwort kommen nur ein Hand-Auf-Stirn-Emoji und ein Aluhut-Bild zurück. Zu sagen gibt es hier scheinbar längst nichts mehr.

So ähnlich sieht in manchen Gruppen die digitale Kommunikation aus, wenn sich Verwandte und Freunde in Wenn alternative Fakten die Welt erklären Verschwörungsdenken und Das musst du wissen, um Fake News zu verstehen Fake News verabschieden. Dabei können gerade Beziehungen wichtige Anker sein, die Menschen davor schützen – wenn man nur wüsste, Beziehungen schützen vor dem »Abrutschen«, das ist etwa auch die Meinung vom Aussteigerportal »STEIG AUS!«. In diesem Text kann ich den Rat gut brauchen und versuche, einen Reichsbürger zurückzuholen wie man die richtigen Worte findet und durchdringt …

»Wenn Beziehungen scheitern, liegt es oft an falscher Kommunikation«, sagte mir neulich eine befreundete Psychologin. Sie arbeitet vor allem in der Paartherapie und möchte lieber anonym bleiben. »Die ist oft nicht konstruktiv, sondern verletzend und befremdend.« Denn wenn Menschen nicht mehr miteinander reden könnten, sei dies auch der Endpunkt einer langen Entfremdung.

Nicht umsonst ist es Kernbestandteil vieler Angebote der Beziehungstherapie, die Kommunikation miteinander zu verbessern. Vielleicht kann uns also ein psychologisch-beziehungstherapeutischer Ansatz dabei helfen, die richtigen Worte zu finden – anstatt uns Web-Links und sarkastische Bildchen um die Ohren zu hauen.