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PD Daily 

Diese Idee macht aus unseren Straßen Müllhalden – und aus den Müllhalden Straßen!

Weltweit arbeiten Unternehmen daran, Plastikabfall als Baumaterial zu recyceln. Was für diese Lösung spricht und was dagegen.

2. März 2021  4 Minuten

Menschen oder Dinge verschwinden zu lassen gehört zu den beliebtesten Tricks vieler Magier: Ein Komplize setzt sich in eine »verzauberte« Box und nach einem gestenreichen Zauberspruch ist er verschwunden. Achtung, Spoiler: Die Lösung liegt meist im Boden.

Genau dort möchten Ingenieure künftig noch etwas ganz anderes im großen Stil verstecken – und zwar Plastikmüll. Denn wie die Zauberkünstler haben auch sie noch nicht den richtigen Spruch gefunden, um Dinge tatsächlich vollständig aufzulösen.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die weltweite Plastikproduktion immer weiter angestiegen – ungeachtet aller Nachhaltigkeitstrends. Der NABU über Kunststoffabfälle in Deutschland (2020) 76 Kilogramm Kunststoffabfälle produzieren Menschen in Deutschland jährlich pro Kopf, allein 38 Kilo davon sind Verpackungsmüll. Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. Der BDE über Abfall in Zeiten von Corona (2020) (BDE) rechnet coronabedingt mit einem weiteren Anstieg: Take-away-Essen wegen geschlossener Restaurants, Versandhandel statt Shopping in der Fußgängerzone. Zurück in den Kreislauf geht davon noch immer nur ein Bruchteil. Oft wird Deutschland als »Recyclingweltmeister« bezeichnet. Tatsächlich werden laut Umweltbundesamt 99% unseres Mülls »verwertet«. Im Plastikatlas (2019, PDF) haben die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland noch ein bisschen genauer hingeschaut. Dort steht, dass fast 2/3 des Mülls »energetisch verwertet« werden. Das heißt nichts anderes als: Der Müll wird verbrannt.