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So könnte eine Welt ohne Arbeitslosigkeit aussehen!

Wer arbeiten will, soll auch die Möglichkeit dazu haben – das ist die grundlegende Idee der Jobgarantie. Ist sie das bessere Grundeinkommen?

4. März 2021 –  17 Minuten

Jeden Tag zur Arbeit zu gehen, das ist für viele eine lästige Pflicht. Für andere bedeutet es aber die Möglichkeit, fest in eine Gemeinschaft eingebunden zu sein. Arbeitslosigkeit, so wie sie heutzutage aussieht, macht viele Menschen krank – Die GEDA-Studie des Robert Koch-Instituts hat die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit untersucht (2016, PDF)das zeigen auch Studien.

Die Idee einer Jobgarantie für alle klingt deswegen für manche verlockend, für andere problematisch. Sie bedeutet, ein formales Recht auf einen Arbeitsplatz zu haben. Alle Menschen sollen arbeiten dürfen, wenn sie es möchten – zu einem Lohn, von dem sie gut leben können.

Klingt alles noch ziemlich theoretisch? Lasse es mich konkreter machen, wie die Jobgarantie aussehen könnte. Wie mehr Arbeit ausgerechnet mit einer grüneren Welt vereinbar sein soll und wo mögliche Kritikpunkte liegen. Zusammen mit René Schubert und seinen Freunden versuche ich, dem Konzept Leben einzuhauchen.

René ist, wie alle auftauchenden Charaktere, ein komplett ausgedachter Mensch, und auch die Geschichte, die ich dir erzähle, ist ausgedacht, aber versucht so nah an der Idee der Jobgarantie zu bleiben wie möglich. Es geht dabei um die Grundidee und nicht um bereits existierende Experimente. Im österreichischen Marienthal gibt es ein Projekt, das eine Arbeitsplatzgarantie testet. Hier gilt sie seit Oktober 2020 – allerdings nur für Langzeitarbeitslose. Das österreichische Pendant zum Jobcenter versucht dabei, Arbeitslose zuerst in privatwirtschaftliche Jobs zu vermitteln, dabei helfen sollen Lohnkostenzuschüsse. Wenn das nicht klappt, vermittelt das AMS in gemeinnützige Jobs, schafft lokal selbst Arbeitsplätze oder subventioniert Einsätze in der Privatwirtschaft. Das Experiment wird wissenschaftlich begleitet. Die zentrale Frage ist, wie sich die Garantie auf die Gesundheit der Teilnehmer:innen auswirkt.
Für Vertreter:innen der Jobgarantie wie den Ökonomen Maurice Höfgen ist das allerdings kein Ansatz, in dem sie ihre Idee voll wiedererkennen, weil Jobs in der Privatwirtschaft und die Subventionierung dieser Arbeitsplätze in der Jobgarantie nicht vorgesehen sind. Hier mehr zum Programm. Auch unter anderem in Indien und Argentinien gab es bereits Jobgarantieprogramme, die aber nicht in Reinform umgesetzt wurden. Meist steht die Frage der Finanzierung einer vollständigen Umsetzung im Weg.