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Die Demokratie ist am Ende? In Westafrika geht’s erst richtig los!

12. Januar 2017
Themen:

Friedliche Demonstrationen statt Bürgerkrieg, Wahlurnen statt Ebola. Wer nach demokratischen Erfolgsgeschichten sucht, ist in Westafrika richtig.



Was ist eigentlich Demokratie? »Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus«, heißt es im deutschen Grundgesetz. »Wir, das Volk« sind die ersten Worte der Verfassung der USA. Darum ist die Möglichkeit, die Regierung durch allgemeine, freie, gleiche und geheime Wahlen auszutauschen, das Herzstück jeder Demokratie. Für uns längst eine Selbstverständlichkeit.

Tatsächlich lebt nur Der Democracy Index 2015 der Economist Intelligence Unit zählt 79 Länder mit 48,4% der Weltbevölkerung als »volle« oder »fehlerhafte« Demokratien (englisch) knapp die Hälfte der Weltbevölkerung in einem Land, in dem demokratisch gewählt wird. In vielen Regionen der Welt hat das Volk bei der Auswahl seiner Herrscher nichts zu melden. Unterdrückung der Pressefreiheit, Inhaftierung von Oppositionspolitikern und Aktivisten, brutale Niederschlagung von Protesten und Kundgebungen – das alles gehört unter vielen Regimen immer noch zur Tagesordnung. Und dann gibt es noch subtilere Mittel der politischen Gleichschaltung: Regierungen sichern sich durch finanzielle Wohltaten die Stimmen bestimmter Wähler und die Unterstützung lokaler Autoritäten. Regierungsbudgets werden für den Wahlkampf missbraucht und Staatsmedien verhalten sich parteiisch. So kommt es, dass auch in manchen demokratisch verfassten Staaten Regierungswechsel eine Seltenheit sind.

Gambia ist die schlimmste Diktatur, von der noch nie jemand gehört hat. Wenn hier friedlicher demokratischer Wandel durch die Wahlurne möglich ist, dann ist es das überall. – Jeffrey Smith, Vanguard Africa

Titelbild: picture alliance / AP Photo - copyright

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