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Hören »Die da in Berlin« uns eigentlich zu?

Ja, tun sie. Jeder Abgeordnete bietet Bürgersprechstunden an – laut unserer Umfrage 6½ Stunden pro Monat. Mit den richtigen Argumenten hast du dort ganz schön viel zu sagen.

3. März 2017  11 Minuten

Man muss in den Kommentarspalten des Internets nicht lange suchen, bevor man Online-Diskussion, in der Politikern vorgeworfen wird, nicht zuzuhören Unterhaltungen wie diese findet: »[Politiker] sollten doch im Interesse der Bürger handeln, machen sie das auch?«, fragt ein Nutzer. Eine andere antwortet: »Unsere Politiker hören nicht zu … Es gibt kaum Möglichkeiten, sich zu äußern … Auch hier wird deaktiviert und zensiert … Die Regierenden nehmen uns nicht wahr …«

Immerhin 31% der Deutschen stimmten laut einer repräsentativen ARD Deutschlandtrend vom Oktober 2016 Umfrage im Oktober dieser Aussage voll und ganz zu: »Die meisten Politiker wissen nicht, was im wirklichen Leben los ist.« Dass die Bürger viele Möglichkeiten hätten, auf die Politik Einfluss zu nehmen, fand hingegen nur jeder Vierte. 6% stimmten der Aussage, die Bürger hätten viele Möglichkeiten der politischen Einflussnahme, voll und ganz zu; 18% stimmten überwiegend zu. 37% sagten »teils/teils« – überwiegend bzw. überhaupt nicht stimmten 25% bzw. 14% zu.

Gibt es Bürgernähe nur im Wahljahr? Das Bild zeigt die CDU-Politikerin Heike Brehmer (links) mit Parteikollegen im Wahlkampf 2013, in dem sie ihr Direktmandat verteidigte – Quelle: Angela Gorr MdL CC BY-SA

Sind »die in Berlin« tatsächlich so volksfern, wie diese Zahlen nahelegen? Das kann jeder Bürger selbst herausfinden, indem er den Abgeordneten seines Wahlkreises besucht. In der Bürgersprechstunde, die jeder Parlamentarier anbietet, besteht zumindest die Möglichkeit, seinem Anliegen Gehör zu verschaffen.