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Russische (Des-)Information?

Falschmeldungen und Trolle gehören zum Alltag im Internet dazu. Neuerdings spricht vieles dafür, dass der russische Staat diese bewusst nutzt, um europäische Staaten zu beeinflussen. Es gibt auch erste Gegeninitiativen.

13. Juli 2016  10 Minuten

»Ja, ihr seid dumm. Ihr russischen Journalisten, die stolz sind auf ihr Land. Seid ihr bescheuert?«, soll der Mann laut dem russischen Übersetzer zu der adrett gekleideten Interviewerin gesagt haben. Außerdem, so heißt es in dem Video des regierungsfreundlichen russischen Senders RT, »RT«, bis 2009 »Russia Today«, ist ein staatlich finanzierter russischer TV-Sender, der sich an Zuschauer aus dem Ausland richtet. Mit der Namensverkürzung ging eine inhaltliche Neuorientierung einher: Nach der internationalen Berichterstattung über den Georgienkrieg 2008 (bei der RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan noch eine »Medienartillerie« kritisierte, die Russland als Überfallmacht dargestellt hätte) sollte RT stärker als zuvor die russische Sichtweise im Ausland publik machen. Über den Dienst »Ruptly« vertreibt RT heute von Berlin aus Videomaterial deutlich günstiger als andere Nachrichtenagenturen. Das spricht vor allem finanzschwächere Sender an. Seit 2014 gibt es das Webangebot »RT deutsch«. Insgesamt gilt die Berichterstattung von RT als tendenziös bis polemisch, mitunter fällt sogar der Begriff der Propaganda. Chefredakteurin Simonjan nennt RT für den Kreml »eine Waffe wie jede andere auch«. Siehe dazu auch: Ein Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen. habe er ein Mikrofon losgerissen und in das Treppenhaus geworfen und er sei handgreiflich geworden. Zu sehen ist, wie er die Interviewerin aus der Wohnung schubst.