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Warum wirfst auch du jeden Tag 2 Kilo Essen weg?

Obwohl es einfache Möglichkeiten gibt, das zu vermeiden. Auf dem Weg vom Feld bis zum eigenen Kühlschrank.

31. März 2017  11 Minuten

Stelle dir vor, jeden Tag kommt jemand in deine Küche und schmeißt 2 Kilogramm der vorhandenen Lebensmittel weg – pro Haushaltsmitglied. Im Hause der Familie Dörrie würden so jeden Tag 6 Kilogramm in den Müll wandern. Das gute Gemüse vom Biohändler, 1 Liter Milch, das Glas Schokoaufstrich, ein paar Packungen Nudeln und Reis. Egal ob noch frisch und genießbar, es würde trotzdem in der Tonne landen.

»Was für eine Verschwendung!« Vom finanziellen Schaden mal ganz abgesehen. Niemand würde so einen Eingriff in den eigenen Haushalt akzeptieren – sollte man meinen. Dieses Ausmaß an Verschwendung ist aber alltägliche Realität. Auch wenn es kein bösartiges Heinzelmännchen ist, das sich nachts an deinen Vorräten vergeht, werden pro Person und Tag weltweit mindestens 2 Kilogramm Nahrungsmittel weggeschmissen oder verschwendet. Vielleicht sind es auch 3 Kilogramm oder noch mehr. Die Angaben zur Lebensmittelverschwendung gehen je nach Quelle und Definition weit auseinander. Wenn du weiter liest, dann kannst du dir selbst ein Bild machen.

Unser Verschwendungswahn hat Konsequenzen: Dass es 800 Millionen Menschen gibt, die Hunger Hier erklärt Andrea Sonntag, warum wir gegen Hunger nicht machtlos sind leiden, hängt zum Teil mit hohen Lebensmittelpreisen zusammen. Weniger Verschwendung würde für ein größeres Angebot und niedrigere Preise sorgen. Alternativ könnten landwirtschaftliche Flächen renaturiert werden. Allein in Deutschland werden auf einer Fläche, die die Größe Mecklenburg-Vorpommerns übersteigt, Lebensmittel angebaut, die nachher in der Tonne landen. Und das ist nur der Teil der Lebensmittelverschwendung, der schon mit heutigen technischen Mitteln

Mit Illustrationen von Jonas Hauss für Perspective Daily - copyright

von Peter Dörrie 

Es kann arrogant wirken, als Wohlstandskind die Frage zu stellen, warum es auf der Welt immer noch Krieg und Armut gibt. Zu einfach entsteht der Eindruck, man habe selbst alle Antworten parat. Als Entwicklungs-, Friedens- und Konfliktforscher findet Peter die Frage dennoch wichtig. Denn er geht immer davon aus, dass es mehr als eine Wahrheit gibt und die eigene am wenigsten zählt. Sein besonderes Interesse gilt Afrika. In 12 Ländern des Kontinents hat er bereits recherchiert.


von David Ehl 

Wenn Zugvögel im Schwarm fliegen, beeinflusst jedes einzelne Tier die Richtung aller - das hat David bei einer Recherche gelernt. Sonst berichtet er eher über Menschen, stellt sich dabei aber eine ganz ähnliche Frage: Welche Rolle spielt der einzelne Wähler und Verbraucher, welchen Einfluss hat jeder von uns auf die Gesellschaft? David recherchiert gerne unterwegs, studiert hat er Musikmanagement, Englisch und Journalismus.

Themen:  Essen   Konsum   Gesellschaft  

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