Atomkrieg? Nein, danke!

Sie ist wieder da: die Chance, dass die Bombe fällt. Doch es gibt auch neue Wege für Abrüstung.

18. April 2017  12 Minuten

Sumiteru Taniguchi war 16 und mit seinem Fahrrad unterwegs, als die USA über seiner Heimatstadt Nagasaki 3 Tage zuvor war eine erste Bombe über Hiroshima abgeworfen worden. Hiroshima und Nagasaki sind bis heute die einzigen beiden Kriegseinsätze von Nuklearwaffen. am 9. August 1945 eine Atombombe Die Begriffe »Atombombe«, »Kernwaffe« und »Nuklearwaffe« werden in der öffentlichen Diskussion und auch in diesem Text gleichbedeutend verwendet. abwarfen.

Interview mit Sumiteru Taniguchi im amerikanischen Radio (englisch) Ich hörte das Geräusch von Flugzeugen in der Ferne. […] Ich versuchte zurückzublicken und sah etwas wie einen Regenbogen. Im nächsten Moment wurde ich zu Boden geschmissen. […] Ich sah, wie ein Kind weggeschleudert wurde. Große Steine flogen durch die Luft. […] Ich dachte, ich würde sterben. […] Als sich die Lage beruhigt hatte, versuchte ich aufzustehen. Die Haut auf meinem linken Arm, von der Schulter bis zur Hand, hing wie in Fetzen herunter. Ich fühlte mit meiner Hand meinen Rücken ab, konnte aber keine Kleidung finden. Nur etwas Schleimiges konnte ich ertasten. – Sumiteru Taniguchi

Sumiteru Taniguchi erlitt schwerste Verbrennungen auf seinem gesamten Rücken und am linken

Mit Illustrationen von Malte Zirbel für Perspective Daily

von Peter Dörrie 

Es kann arrogant wirken, als Wohlstandskind die Frage zu stellen, warum es auf der Welt immer noch Krieg und Armut gibt. Zu einfach entsteht der Eindruck, man habe selbst alle Antworten parat. Als Entwicklungs-, Friedens- und Konfliktforscher findet Peter die Frage dennoch wichtig. Denn er geht immer davon aus, dass es mehr als eine Wahrheit gibt und die eigene am wenigsten zählt. Sein besonderes Interesse gilt Afrika. In 12 Ländern des Kontinents hat er bereits recherchiert.

Themen:  Frieden & Krieg   Politik  

Die Diskussionen sind leider nur für Mitglieder verfügbar.