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Kommentar 

Muss man der AfD die Rote Karte zeigen?

Ein aufrichtiges Lob: Die AfD hat in 4 Jahren vieles erreicht. Aber auf Kosten aller anderen. Wenn sie eine Alternative sein will, braucht sie mehr Sportsgeist.

21. April 2017  7 Minuten

Das muss man erst mal schaffen: Eine deutschlandweite Partei gründen und 4 Jahre später in 11 von 16 Landesparlamenten sitzen. (Nummer 12 und 13 dürften in den kommenden Wochen folgen.)

Die AfD hat 2,5 mal so viele Facebook-Follower wie die CDUDie Alternative für Deutschland (AfD) hat das erreicht und sitzt dazu noch in vielen Stadträten, und Das Medienmagazin Zapp über Populisten und Talkshows in den Talkshows sowieso. Ihr Das Hamburger Abendblatt bietet eine Vorschau auf den kommenden Parteitag Parteitag in Köln am Wochenende wird die Schlagzeilen einiger Medien dominieren. Die junge Partei hat knapp 320.000 Facebook-Fans – fast 190.000 mehr als die CDU. Und der Wikipedia-Eintrag der AfD zählt etwas mehr als 85.000 Zeichen. Zum Vergleich: Die 150 Jahre ältere SPD hat nur rund 7.000 Zeichen mehr. Damit schreibt die AfD heute schon Wikipedia-Geschichte.

Zwar sitzt die AfD in der Opposition und hat auf absehbare Zeit keine Chance, an einer Regierung beteiligt zu werden. Aber trotzdem hat sie inhaltlich etwas erreicht: Diskursverschiebung ist ein Mittel des Werkzeugs Populismus Sie hat den Diskurs zu einigen Themen merklich verschoben – so hat sie 2016 so lange ein Burkaverbot eingefordert, bis die CDU-Spitze die Forderung übernahm. Die AfD übernimmt im politischen Spektrum Positionen, die sonst keiner bedient. Sie sagt Dinge, die sonst keiner sagt. Sie gibt Menschen aus verschiedenen Gruppen eine neue politische Heimat – von nationalistischen Rechten Ist die AfD für Christen wählbar? bis hin zu konservativen Christen.