So klappt der Dialog mit Populisten

Journalisten aus dem Ausland zeigen, wie es gehen kann: vorbereiten und cool bleiben.

28. April 2017  9 Minuten

Ein Dialog der Tauben: Auf Französisch: dialogue de sourds. So nennt man es auf Französisch, wenn 2 Personen miteinander sprechen, aber vollkommen aneinander vorbeireden – als würden sie ihr Gegenüber gar nicht hören. Im französischen Wahlkampf konnte man einen solchen Dialog der Tauben insbesondere mit den Politikern des rechtspopulistischen Front National (FN) immer wieder beobachten.

Mehr als 2 Stunden dauert zum Beispiel Ausschnitt der Sendung »L’émission politique« (französisch) das Gespräch in der Sendung »L’émission politique« auf France 2 Anfang Februar mit der Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen. Die FN-Politikerin, die im ersten Wahlgang am 23. April mit 21,3% der Stimmen in die Stichwahl einzog, weicht vielen Fragen immer wieder aus, lenkt das Gespräch sofort in eine andere Richtung und versucht, die Zügel zu übernehmen.

Der Journalist David Pujadas stellt beispielsweise eine Frage zu ihrer Beschäftigung einer Assistentin auf EU-Kosten, die laut der EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf vor allem auf nationaler Ebene für den Front National tätig war. Er vergleicht diesen Fall mit dem des republikanischen Präsidentschaftskandidaten François

Titelbild: ORF 2 - copyright

von Sandra Calvez 

Sandra Calvez wirft gern einen grenzüberschreitenden Blick auf politische Fragen. Sie war mehrere Jahre für das deutsch-französische Magazin ParisBerlin tätig, zuletzt als stellvertretende Chefredakteurin.

Themen:  Journalismus   Demokratie   Politik  

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