Kommentar 

Nur der Terror hat die Wahl gewonnen

Das können wir für die Bundestagswahl daraus lernen.

9. Juni 2017  10 Minuten

Wie gewinnt man eine Wahl?

Ein charismatischer Spitzenkandidat ist nützlich. Ein überzeugendes und schlüssiges Wahlprogramm hilft. Eine gute Vorbereitung auf TV-Duelle ist wichtig. Das alles ist nichts Neues.

Letztes Jahr hat sich etwas verändert. Seit Brexit und Trump-Wahl diskutieren demokratische Gesellschaften rund um den Globus aufgeregt 2 neue und gefährliche Werkzeuge, mittels derer Wahlen unlauter gewonnen werden können. 1. Social Bots, die als automatisierte Spin-Doktoren Diskussionen in sozialen Medien den richtigen Dreh verleihen. Und 2. Dirk Walbrühl erklärt: Das musst du wissen, um Fake News zu verstehen Fake News, die immer professioneller produziert werden. Diese beiden Mittel können Meinungen und damit Wahlen beeinflussen ohne den lästigen Weg über einen halbwegs fairen öffentlichen Diskurs.

Es könnte allerdings noch viel einfacher sein, eine Wahl zu gewinnen. Der Schrecken des Terrors, das ist eine Lehre aus dem britischen Wahlkampf, kann wahlentscheidend sein.

Das ist passiert:

  • Am 22. Mai, 17 Tage vor der Wahl, erschütterte der seit dem Jahr 2005 größte Terroranschlag auf britischem Boden Bei einer Anschlagserie in Londoner U-Bahnen und Bussen rissen insgesamt 4 Selbstmordattentäter 52 Menschen am 7. Juli 2005 mit in den Tod. Das Terrornetzwerk Al Qaida bekannte sich zu der Tat. das Königreich: Bei einem vor allem von Jugendlichen besuchten Konzert der US-amerikanischen Sängerin Ariana Grande sprengte sich ein radikal-islamistischer Terrorist in die Luft. Das jüngste der 22 Todesopfer war 8 Jahre alt.
  • Keine 2 Wochen später – es sind noch 5 Tage bis zur Wahl – trifft es einmal mehr London: 3 junge Männer, allesamt »Muslime mit Migrationshintergrund«, überfahren mit einem Lastwagen Passanten auf der London Bridge und stechen anschließend mit Messern auf Barbesucher ein. 7 Menschen sterben sinnlos.

Titelbild: picture alliance/Solo Syndication - copyright

von Frederik v. Paepcke 

Frederik interessiert sich für etwas, das zunächst sperrig klingt: Systeme. Welchen Einfluss haben scheinbar unsichtbare Strukturen auf unseren Lebens-Alltag? Als Anwalt, Unternehmensberater, Gründer und Diplomat hat Frederik unterschiedlichste Perspektiven kennengelernt und ist überzeugt: Vom kleinen Startup bis hin zum großen Völkerrecht sollten wir weniger an das Gewissen des Einzelnen appellieren und stattdessen mehr an systematischen Veränderungen arbeiten.

Frederik war bis Juli 2017 Stammautor bei Perspective Daily und ist seitdem Gastautor.

Themen:  Europa   Extremismus   Politik  

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