Kommentar — 4 Minuten

Seid ihr an Bord für die Zukunft?

21. Juni 2017
Themen:
21. Juni 2017

Im vergangenen Jahr haben wir als Gründer von Perspective Daily eine weite Strecke zurückgelegt und dabei eine Debatte angestoßen. Dieser Text ist für alle. Für die, die uns Gegenwind bereiten, aber vor allem für die, die uns unterstützen.

Wir befinden uns in einem Konflikt: Auf der einen Seite Knapp 80% der Befragten wünschen sich mehr Lösungen in den Medien (2016) wünscht sich die Mehrheit der Bevölkerung einen Journalismus, dem sie vertrauen kann, Das meldeten die Hörer zum Beispiel dem Deutschlandfunk zurück einen, der mehr Lösungen diskutiert und der Zusammenhänge aufzeigt. Dieser Wunsch hängt über den Köpfen mutiger Journalisten, die versuchen, ihn zu erfüllen. Hier erfährst du, wie unsere Artikel entstehen Als Gründer von Perspective Daily stehen wir dort auch und haben darum als Underdogs ein Medienunternehmen gegründet. Über unseren Köpfen hängen auch Wünsche, gepaart mit vielen Ideen und einer Mischung aus Hoffnung, Nur wenn wir Angst zulassen, können wir mutig sein Sorge und dem Unser Einblick ins Gründerleben ein Jahr nach dem erfolgreichen Crowdfunding Drang zur Veränderung.

»Der tägliche Artikel bei PD ist zum täglichen Muss geworden, weil er großen Abstand zur aktuellen Hektik des Medienpools hat.« – Mitglied von Perspective Daily

Auf der anderen Seite dieses Konflikts sitzen große Egos, wie es sie in den meisten Redaktionen und Medienhäusern gibt. Sie sehen Werbeeinnahmen wegbrechen und hören Menschen »Lügenpresse« schreien. Doch statt ihr eigenes Geschäftsmodell oder die eigene Rolle zu hinterfragen, senden sie »S.O.S.« an die EU, wie von einem sinkenden Schiff. Statt sich auf den Weg zu den Rettungsbooten zu machen, sind sie damit beschäftigt, das Mobiliar auf dem Deck umzugestalten. Der sogenannte »Normalcy Bias« beschreibt das Phänomen, dass Menschen angesichts eines drohenden Desasters dies häufig nicht realisieren oder die möglichen Konsequenzen stark unterschätzen. Der Glaube, alles »bleibe wie immer«, ist so stark, dass Vorbereitungen nicht getroffen werden. Das vielleicht größte Beispiel für diesen Zustand ist die weltweit zu geringe Aufbruchstimmung, was die Folgen der Globalen Erwärmung betrifft. Hierarchien und festgefahrene Strukturen bestimmen die täglichen Abläufe; für konstruktives Denken ist kein Platz, und Innovationen werden mit »das haben wir doch immer schon so gemacht« weggewischt.

Wir wollen helfen, den Weg zu den Rettungsbooten zu finden. Wollen nicht als Zyniker auf dem Deck die Welt verfluchen, während wir Champagner trinken, sondern weiter über die Zukunft schreiben. Wenn du auch an ein Morgen glaubst, dann brauchen wir dich!

#lesenwasgeht: Unter diesem Text haben wir dir 9 unserer konstruktiven Lieblingstexte aus einem Jahr Perspective Daily noch einmal verlinkt. – Quelle: Perspective Daily

Wir brauchen mehr davon

Mal ehrlich: Eigentlich sehnt sich doch jeder nach einer lebenswerten Zukunft. Um ernsthaft darüber zu sprechen, Wer gegen Konstruktiven Journalismus ist, hat ihn nicht verstanden benötigen wir einen Journalismus, der ehrlich und transparent Lösungen diskutiert und fragt: Wie kann es weitergehen?

»PD ist endlich mal ein Medium, das die Möglichkeiten des glorreichen Internets vollends ausnutzt.« – Mitglied von Perspective Daily

Im vergangenen Jahr haben wir gezeigt, wie das praktisch aussieht und haben jeden Werktag einen Artikel veröffentlicht. Wir haben eine App programmiert, waren Thema von mehr als 20 Bachelor- und Masterprojekten, haben Workshops und Seminare in Deutschland, Österreich und den Niederlanden gegeben. Die Vorstellung von Perspective Daily als Nominierter für den Grimme Online Award Wir sind für den Grimme Online Award nominiert worden und haben auf Podien und an Tischen gesessen, im Radio und Fernsehen gesprochen und ein Unternehmen mit umgerechnet 12 Vollzeitstellen Aufgeteilt auf aktuell 17 Mitarbeiter. aufgebaut – und das, Die F.A.Z. nennt das Gehalt von WDR-Intendant Tom Buhrow (2017) obwohl unser Gesamtbudget kleiner ist als 1,5 Gehälter des WDR-Intendanten.

Wir freuen uns, dass wir mit Einladungen überhäuft werden. Organisationen, Journalisten und Wissenschaftler wollen wissen, was wir bei Perspective Daily anders machen und Hier haben wir unser Verständnis vom Konstruktiven Journalismus kurz aufgeschrieben wie Konstruktiver Journalismus funktioniert. Langsam bewegt sich was, und wir sind stolz darauf, gemeinsam mit unseren Mitgliedern eine Debatte in der deutschsprachigen Medienlandschaft vorangetrieben zu haben.

Aber das reicht noch nicht. Denn das Wasser steigt und zu wenige sind auf dem Weg zu den Rettungsbooten.

Stell’ das Radio lauter!

»Herzlichen Dank für die Hilfe, über den ›Tellerrand‹ hinwegzuschauen.« – Mitglied von Perspective Daily

Die Situation ist wirklich paradox: Es gibt so viele hoch motivierte Journalisten, die sich flache Hierarchien wünschen, die etwas in der Welt bewegen wollen Dass das nichts mit Aktivismus zu tun hat, haben wir hier beschrieben. und offen sind, um konstruktiv zu arbeiten. Doch was wir im vergangenen Jahr von Kollegen immer wieder zurückgespiegelt bekommen, ist ein dickes Problem. Der konstruktive Ansatz könne nicht umgesetzt werden, weil Ellenbogenmentalität und Dinosaurierstrukturen vorherrschen, weil nicht nach vorn geschaut würde, weil es um Klicks und personifizierte Werbeanzeigen gehe statt um Inhalte. Weil, wer einen Fehler macht, tagelang bloßgestellt werde.

Auf unserer Themenseite zum Konstruktiven Journalismus findest du zahlreiche Infos Konstruktiver Journalismus ist mehr, als zwischendurch mal über Lösungsansätze zu schreiben oder ein Best-Practice-Beispiel vorzustellen. Es ist eine Arbeitsweise, die jeden Arbeitsschritt und jede Entscheidung beeinflusst, weil die gesellschaftliche Wirkung der eigenen Arbeit im Vordergrund steht. Befindlichkeiten und Ego-Trips müssen draußen bleiben und Demut wird zur Stärke.

»Solange wir noch so reden können, konstruktiv bleiben und nicht auf die Macht und Spaltung aus sind, habe ich Hoffnung.« – Mitglied von Perspective Daily

Manchmal, wenn wir anderen Journalisten zuhören, fühlen wir uns wie Therapeuten. Manchmal, wenn wir unsere Vision erklären, wie ein Radio, das die anderen versuchen, leiser zu drehen, weil sie die Realität nicht hören wollen. Doch journalistische Werbeeinnahmen landen größtenteils schon längst bei Facebook und Google, und die Sicherheit der Rundfunkgebühren steht Innovationen mehr im Wege.

Klar ist also: Wir müssen weitermachen – denn wir haben gerade erst angefangen. Wir wollen mehr Themen mit zusätzlichen Autoren abdecken, wollen mit Formaten experimentieren (von Unser erster »Zeigen, was geht«-Podcast ging heute live Podcasts bis zu Erklärvideos) und wollen den Austausch mit unseren Mitgliedern weiter vorantreiben. Nur so können wir ihr Wissen nutzen und ihre Hoffnungen umsetzen.

Das alles geht aber nur, wenn wir genug Mitglieder haben, die unsere Arbeit finanziell ermöglichen. Darum sei jetzt dabei, um gemeinsam zu #zeigenwasgeht.

Ein erster Schritt: Schicke diesen Artikel an möglichst viele Menschen, damit sie von Perspective Daily erfahren!

Titelbild: Justin Leibow - CC0

 

Die Diskussionen sind leider nur für Mitglieder verfügbar.

Werde jetzt Mitglied!

Für mehr Überblick in der Informationsflut. Verständlich, zukunftsorientiert und werbefrei!

#lesenwasgeht

Maren Urner: »So sieht das Menü zur Weltrettung aus«

Du willst jetzt sofort mit möglichst geringem Aufwand die Welt verbessern? Dann fang auf deinem Teller an.

  • Zur Website

Frederik v. Paepcke: »Warum Senioren gefährlicher sind als Terroristen«

Zum ersten Mal fürchten die Deutschen nichts mehr als den Terror. Doch selbst Senioren und Kugelschreiber sind gefährlicher als Bombenleger. Es gibt also keinen Grund zur Panik.

  • Zur Website

Felix Austen: »So wird deine Stadt zum Paradies«

Zu viele Autos machen die Stadt kaputt. Was wir brauchen, um das zu ändern, steht in fast jedem Keller.

  • Zur Website

Katharina Wiegmann: »Stolz und Vor(ur)teile: Was uns mit Europas Osten verbindet«

Einst war die Liebe groß. Jetzt kriselt es zwischen den Visegrád-Ländern und dem Westen. Gibt es ein Happy End?

  • Zur Website

Peter Dörrie: »So sieht ein Land aus, in dem alle Geflüchteten bleiben dürfen«

Uganda gibt jedem Geflüchteten Land und eine Arbeitserlaubnis. Was wir von diesem Beispiel lernen können.

  • Zur Website

David Ehl: »Mein Nachbar, der Imam«

Über 3.000 Moscheen stehen in Deutschland, Tendenz steigend. Und fast jedes Mal, wenn eine dazukommt, laufen Bürgerinitiativen Sturm. Ein paar Ideen für eine gute Nachbarschaft.

  • Zur Website

Han Langeslag: »Wem helfe ich, und wenn ja, wie vielen?«

Geld spenden geht schnell. Aber wie und wo bringt es wirklich was? Zum Glück gibt es den Effektiven Altruismus.

  • Zur Website

Juliane Metzker: »In der Heldenschmiede gegen Terrorismus«

Suleiman Bakhit will Kinder aus der arabischen Welt durch Comics zu Helden machen, damit sie nicht als Kanonenfutter der Extremisten enden. Für den Jordanier ist klar: Wer auf die falsche Prävention setzt, wird den Kampf gegen den Terrorismus verlieren.

  • Zur Website

Dirk Walbrühl: »Wenn wir nicht mehr anders können, als online zu gehen«

Regierung und Mediziner warnen immer eindringlicher vor grassierender »Internetabhängigkeit«. Bisher hielt ich das für übertrieben, doch dann kam Jan.

  • Zur Website

Diesen Artikel schenkt dir Maren Urner von Perspective Daily.

Jetzt Mitglied werden ›