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Darum sind Russland-Sanktionen »dummes Zeug«

Die EU und die USA haben ihre Sanktionen gegen Russland erneut verlängert. Trotzdem geht es mit der russischen Wirtschaft wieder bergauf – auch dank deutscher Unternehmen.

21. Juli 2017  15 Minuten

Helmut Schmidt wusste es von Anfang an. Während den Diplomaten in Berlin, Brüssel und Moskau vor lauter Sanktionen der Kopf rauchte, rauchte der Altkanzler gemütlich eine Mentholzigarette und gab zu Protokoll: dpa-Meldung bei Zeit Online über Helmut Schmidts Meinung zu Sanktionen (2014) »Die Sanktionen sind dummes Zeug.«

»Die Sanktionen sind dummes Zeug.« – Helmut Schmidt, März 2014

Mittlerweile sind gut 3 Jahre vergangen, seitdem Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektierte und der Westen mit Sanktionen antwortete. Jüngst haben die EU und die USA ihre Handelsbeschränkungen verlängert. Im Juni trafen sich aber auch westliche Unternehmen auf dem Sankt Petersburger Wirtschaftsforum (SPIEF) und fädelten Verträge im Wert von ca. 31 Milliarden Euro ein. Das Internationale St. Petersburger Wirtschaftsforum (SPIEF) ist ein jährliches Geschäftstreffen in Russland, das seit dem Jahr 1997 existiert. Das Hauptauditorium des Wirtschaftsforums sind Leiter der größten russischen und ausländischen Unternehmen, Staatschefs, Regierungsvorsitzende, Vizepremiers, Minister und Gouverneure. Am SPIEF im Juni 2017 haben mehr als 14.000 Vertreter der Geschäftskreise, Politiker, Wirtschaftsführer, Experten und Journalisten aus 143 Ländern teilgenommen. Ausländische Investoren sind mittlerweile an über 200 Projekten in Russland beteiligt. Die russische Wirtschaft wächst, besonders die Beziehungen mit westlichen Unternehmen. Dabei hat sich die Ausgangslage, in der die EU Russland mit Sanktionen strafte, nicht verändert: Die Krim ist nach wie vor annektiert und die Ostukraine umkämpft sowie in der Hand von Separatisten, zu denen Moskau sich nach wie vor loyal zeigt. Für Helmut Schmidt wäre all das kein Widerspruch gewesen – und für dich am Ende dieses Textes auch nicht mehr.