Der gute Ort: Brauchen wir eine EUtopie?

Die EU hat es nicht immer leicht. Wie können wir die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen lösen, die der Staatenbund mit sich bringt? Ein Essay des polnisch-deutschen Schriftstellers Stanisław Strasburger.

27. Juli 2016  8 Minuten

Donald Tusks Ansprache anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament »Es liegt in unserer Verantwortung, jeglicher Art von Utopie die Wirklichkeit entgegenzustellen«, sagte der Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk Der Europäische Rat (European Council) wird auch »EU-Ministerrat« genannt, nicht zu verwechseln mit dem Europarat oder dem Rat der Europäischen Union. Er besteht aus den Staatschefs der EU und tagt mindestens zweimal im Halbjahr (»EU-Gipfel«). Er nimmt eine Sonderrolle im politischen System der EU ein und dient als übergeordnetes Gremium, das Kompromisse zwischen Mitgliedsstaaten findet und die weitere Entwicklung der Union vorantreibt. Der polnische Politiker Donald Tusk ist seit dem 1. Dezember 2014 Präsident des Europäischen Rates. Zuvor war er 7 Jahre lang Polens Ministerpräsident und damit Chef der Regierung. nur wenige Wochen vor dem Brexit-Referendum. Er kritisierte die Vorstellung von einem Europa ohne Nationalstaaten und forderte stattdessen dazu auf, zu traditionellen Werten zurückzukehren, wie Freiheit und dem Werte-Kanon der 10 Gebote. Und er rief dazu auf, der Stimme des Herzens und der Erfahrung zu folgen.

Was sagt mir mein Herz? Etwas anderes, als Sie es sich wahrscheinlich wünschen, Herr Präsident. Hören wir doch endlich mit dieser Augenwischerei auf, mit der Phrasendrescherei über Tradition. Wir brauchen heute eine neue Erzählung. Wir brauchen eine Vision für Polen, Deutschland und Europa, die es schafft, zu begeistern!

Titelbild: Simone Falk - copyright

von Stanisław Strasburger 

Stanisław Strasburger ist Schriftsteller und Kulturmanager. Seine Schwerpunkte sind kollektives Bewusstsein, Migration und Multikulturalität. Er lebt abwechselnd in Köln, Warschau und Beirut.

Themen:  EU-Politik   Demokratie   Gesellschaft  

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