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Wo die Luft noch viel schlechter ist als in Stuttgart und München

Deutsche Straßen sind sicher – aber nur weil wir die Folgen schlechter Luft ausblenden. Können wir Abgase nicht einfach abwählen?

5. September 2017 –  11 Minuten

3.300 – so viele Verkehrstote gab es laut einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2016 in Deutschland. Gerade im internationalen Vergleich Mit 6,8 jährlichen Todesopfern pro 100.000 Fahrzeugen spielt Deutschland laut Weltgesundheitsorganisation (englisch) in den Top 20 der sichersten Länder mit. Zum Vergleich: Beim Spitzenreiter Finnland sind es 4,4; in der Türkei 37,3 und beim Schlusslicht Guinea 9462,5. kein schlechter Wert. Wer in der Statistik allerdings nicht auftaucht: die vielen Tausend Menschen, die an den Folgen der giftigen Auto-Abgase sterben oder erkranken. Allein in Europa sind es laut einer Studie 28.500. Die in Nature veröffentlichte Studie (englisch) kommt zu dem Ergebnis, dass weltweit rund 107.000 Menschen durch Stickoxide vorzeitig sterben. Hätten sich alle Hersteller an die Grenzwertvorgaben gehalten, so wären immerhin weltweit 38.000 und in Europa 11.500 Opfer weniger gewesen. Auch sie sind Opfer des Verkehrs – erliegen ihm aber Monate oder Jahre später, zu Hause oder im Krankenhaus, weit entfernt von der Straße. Dort liegen sie unterhalb des Radars der Statistiker – und fernab der blitzenden Embleme der Autohersteller.