Rojava und die Sehnsucht des Westens nach Demokratie

Die Kurden in Syrien machen vor, woran die Araber scheitern. Oder hätten wir das bloß gerne?

4. Oktober 2017  8 Minuten

Genug von Vollverschleierung und Diktaturen im Nahen Osten. Wo sind die geblieben, die dort Freiheit und Demokratie durchsetzen wollten? Glaubt man westlichen Medien, haben die Demokratisierung und die weibliche Emanzipation in der arabischen Welt ihr Epizentrum im Norden Syriens – 7 Jahre nach dem sogenannten arabischen Frühling. Dort greifen kurdische Frauen zu den Waffen und kämpfen Seite an Seite mit Männern im Syrienkrieg. Die Bilder der Frauenmilizen, die gegen den sogenannten Islamischen Staat ins Feld ziehen, gehen um die Welt. »Patriotische Amazonen« nannte sie das Der Bericht im NDR (2016) NDR-Kulturjournal begeistert.

Sie kämpfen für Rojava. »Rojava« bedeutet übersetzt so viel wie »Westen« und/oder »Sonnenuntergang«. Der Begriff wird von Kurden für ihre Siedlungsgebiete in Syrien verwendet. Das kurdische Einflussgebiet im Norden Syriens ist mit einer Fläche von über 30.000 Quadratkilometern größer als Belgien und beherbergt mehr als 3 Millionen Menschen unterschiedlicher Konfessionen. Im Syrienkrieg bekommt es viel mediale Aufmerksamkeit. »Rojava praktiziert Demokratie«, zitiert die Die Frankfurter Neue Presse spricht mit dem Mainzer Arzt Gerhard Trabert, der eine Woche in Rojava tätig war Frankfurter Neue Presse

Titelbild: Abdulla Hawez - copyright

von Lars Hauch 

Lars Hauch schreibt als freier Journalist über Sicherheitspolitik und Islamismus im Mittleren Osten.

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