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1 Jahr nach der Wahl: Geht’s euch noch gut?

Die USA sind gespalten – deshalb wurde Donald Trump ihr Präsident. Diese 3 Gräben muss die Gesellschaft überwinden, mit oder ohne Trump.

8. November 2017  8 Minuten

»Wenn man dieses Land wirklich ändern will, dann muss jemand an die Macht, der es keinen einzigen Tag regiert hat.« Das Originalzitat steht auf Seite 407 der Faber-&-Faber-Taschenbuchausgabe von »The Unwinding – Thirty Years of American Decline« und stammt von Danny Hartzell, einem Familienvater in Tampa, Florida: »My view on everything – if you want to change this country, you have to put a person in office who has never done it for a day.« Das sagt ein armer Familienvater George Packer – »The Unwinding – Thirty Years of American Decline« auf Buch7.de (englisch, 2013) im Buch »The Unwinding« George Packer schreibt hauptsächlich für das Magazin »New Yorker« und ist Autor mehrerer Sachbücher und Romane. »The Unwinding« porträtiert verschiedene Amerikaner von der Arbeiterin Tammy Thomas bis hin zum Startup-Milliardär Peter Thiel. Packer bringt die Biografien der Protagonisten in zeitlichen Bezug zu Strömungen und Ereignissen in der US-Gesellschaft und erzählt darüber die große Meta-Geschichte des wirtschaftlichen und politischen Niedergangs, wie er in manchen Regionen der USA spürbar ist. Das Buch erhielt mehrere Preise, darunter den »National Award for Non-Fiction 2013«. – aber er hat noch keine konkrete Vorstellung, wer so ein Präsident werden könnte. Der Satz stammt bereits aus dem Jahr 2012, in dem Trump noch nichts weiter war als ein steinreicher Familienvater. 4 Jahre später hörten viele Reporter von Wählern Antworten wie die oben. Teile der US-Gesellschaft wünschten sich einen politischen Quereinsteiger – und bekamen Donald Trump, der zuvor keinen einzigen Tag lang ein Unser Gastautor Daniel-C. Schmidt war während der Wahl unterwegs im Kernland der USA politisches Amt innehatte.

Ein Jahr nach der Wahl scheinen sich diese Teile der Gesellschaft noch weiter von ihren Gegenpolen entfernt zu haben. Was ist aus Amerika geworden, seit es am 8. November 2016 Trump zu seinem Anführer machte?

Die Entwicklungen im ersten Trump-Jahr

Seit der Wahl ist In diesem Kommentar knüpft sich Frederik v. Paepcke Journalisten vor, die nach Trumps Wahl Horrorszenarien malten nicht unbedingt die Welt untergegangen, sie ist aber auch nicht einfacher oder berechenbarer geworden. Yascha Mounk, Yascha Mounks »Don’t wait for Trump to fire Mueller« in deutscher Übersetzung bei ZEIT Online (2017) Publizist aus Harvard, schrieb kürzlich: Im Original ist Mounks Text in seiner Kolumne »The Good Fight« auf slate.com erschienen.

Trump tut es, das Verrückte. Rote Linien werden erst orange, dann gelb und dann grün. In beängstigendem Tempo wird so etwas zur politischen Normalität, was vor Kurzem noch unvorstellbar war. Aber wir glauben trotzdem beim nächsten Mal: Diese rote Linie wird er in keinem Fall überschreiten! Oder doch? – Yascha Mounk

In den vergangenen 12 Monaten sind neue Konfliktlinien in der US-amerikanischen Gesellschaft hinzugekommen. Diese Entwicklungen tragen daran einen Anteil:

Titelbild: flickr / Gage Skidmore - CC BY-SA

von David Ehl 

Wenn Zugvögel im Schwarm fliegen, beeinflusst jedes einzelne Tier die Richtung aller - das hat David bei einer Recherche gelernt. Sonst berichtet er eher über Menschen, stellt sich dabei aber eine ganz ähnliche Frage: Welche Rolle spielt der einzelne Wähler und Verbraucher, welchen Einfluss hat jeder von uns auf die Gesellschaft? David recherchiert gerne unterwegs, studiert hat er Musikmanagement, Englisch und Journalismus.

Themen:  USA   USA   Politik   Gesellschaft  

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