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Um diese Entscheidung kommst auch du jetzt nicht mehr herum

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Um diese Entscheidung kommst auch du jetzt nicht mehr herum

13. November 2017
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13. November 2017

»Davon habe ich nichts gewusst!« Dieser Satz hat in der Geschichte noch nie gut funktioniert. Und dieses Mal wird er das erst recht nicht, denn es geht um die Frage: Sichere Zukunft – ja oder nein?

Der Puls rast, obwohl wir weder Kaffee getrunken haben noch zum Bahnhof rennen mussten. Wir sind uns nicht einig, wie wir die letzten 42 Stunden in einem Artikel unterbringen können. Die Menschen in den Sitzreihen vor uns schauen Netflix, während wir an diesem sonnigen Sonntagnachmittag im November hitzig diskutieren, Wie der Notstandsplan aussehen würde, haben Felix Austen und Maren Urner hier beschrieben ob die Menschheit eine Zukunft hat.

Wir sind auf dem Rückweg von der Hier geht es zur Website der Crossroads-Konferenz, bei der Maren Urner für die Session »Journalism in Times of Transformation« auf dem Podium saß (englisch) Crossroads-Konferenz in Königswinter bei Bonn. 2 Tage lang hat sich dort das Who-is-Who der Nachhaltigkeits-Avantgarde aus Wissenschaftlern, Diplomaten, Wirtschaftsvertretern und Interessenverbänden ausgetauscht und ermutigt. Das alles, während in der Bonner Innenstadt 25.000 Menschen Teil der Hier geht es zur Website der Demonstration vor der Welt-Klimakonferenz bislang größten Klimademonstration auf deutschem Boden waren, und nur wenige Stunden vor Beginn der 23. Welt-Klimakonferenz Die COP23 – Conference of the Parties – findet dieses Jahr zum vierten Mal in Deutschland und zum dritten Mal in Bonn statt. Die COP1 fand 1995 in Berlin statt. Auf der COP21 im Jahr 2015 in Paris wurde das sogenannte »Paris Agreement« (»Übereinkommen von Paris«) entwickelt, am 12. Dezember 2015 wurde es verabschiedet und am 4. November 2016 trat es in Kraft. Bis dahin hatten es 55 Staaten ratifiziert, die gemeinsam für 55% der Emissionen verantwortlich sind. Mittlerweile erkennen das Abkommen alle Staaten der Erde an (Syrien und Nicaragua waren die beiden letzten im November 2017), auch wenn Trump im Juni angekündigt hatte, dass die USA austreten würden. So soll die Globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius begrenzt werden. 8 Kilometer rheinaufwärts.

»Und wenn wir sowas schreiben wie: die Menschen, die über unsere Zukunft entscheiden.«

Allen ist klar: Die letzten 2 Generationen der Menschheit haben das Klima bereits maßgeblich verändert. Weil die Menschheit mittlerweile zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf biologische, geologische und atmosphärische Prozesse geworden ist, erkannte 2008 die weltweit älteste geowissenschaftliche Vereinigung (Geological Society of London) offiziell das Anthropozän (was aus dem Altgriechischen übersetzt so viel wie »Mensch« und »neu« bedeutet) als neue geochronologische Epoche an. Damit löst sie das Holozän ab, die zwischeneiszeitliche Epoche. Neben dem rasanten Anstieg von Treibhausgasen in der Atmosphäre durch menschliches Handeln spielen die menschgemachten landschaftlichen Veränderungen, die Übersäuerung der Ozeane sowie die anhaltende Vernichtung von Pflanzen und Tieren eine maßgebliche Rolle. Jetzt müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden, damit wir unseren Kindern kein apokalyptisches Schlachtfeld hinterlassen und mit den Schultern zuckend ein »Wir haben es nicht gewusst!« flüstern.

»Und wenn wir sowas schreiben wie: die Menschen, die über unsere Zukunft entscheiden.« – »Das will doch keiner lesen, das ist zu weit weg und zu theoretisch.« In Köln Messe/Deutz müssen wir umsteigen und nutzen die leeren Seiten im Programmheft, an der Wand der Bahnhofshalle lehnend, um die Struktur des Artikels zu skizzieren.

Der Name der Konferenz ist Programm: Crossroads. Wir alle stehen an dieser Weggabelung. Jeder muss sich jetzt entscheiden, auf welcher Seite der Geschichte er stehen möchte – auf der Seite für oder gegen eine sichere Zukunft? Dafür musst du nicht die nächste Klimawissenschaftlerin werden, Physik studieren oder komplizierte Wahrscheinlichkeiten errechnen. Alles, was du brauchst, findest du hier zusammengefasst und auf den Punkt gebracht: wo wir stehen, wo wir hinmüssen und wie wir da hinkommen. Damit ist auch gemeint: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, wo wir stehen, sind vorhanden, ebenso das (technische) Wissen, wie wir der Situation begegnen können (zum Beispiel Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien) – das, was noch fehlt, ist die kognitive Einsicht, der »Besinnungswandel«, dies vollumfänglich anzuerkennen. Das hat viel mit kulturellen und individuellen Gewohnheiten zu tun.

Titelbild: Pixabay / SnapwireSnaps - CC0

 

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